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Schwäbische Zeitung: "Es braucht Respekt " - Kommentar zum Streit um Balkan-Flüchtlinge

Ravensburg (ots) - Wenn Horst Seehofer (CSU) gesagt bekommt, er sei ein Populist, lächelt er milde und erklärt, er höre nur auf die Stimmung im Volk. Wenn der bayerische Ministerpräsident nun vorschlägt, Flüchtlinge ohne Chancen auf eine Anerkennung als Asylbewerber gesondert unterzubringen, ist die Versuchung groß, diese Idee empört als unmenschlich abzutun.

Wenn aber bis zu 60 Prozent der Antragsteller in den Erstaufnahmestellen aus sicheren Herkunftsländern wie Serbien oder Mazedonien kommen, blockieren sie Platz und Kapazität für jene, die unter Gefahren aus dem Irak, aus Syrien, Afghanistan oder Eritrea geflohen sind.

Auf die Einsicht jener zu hoffen, die keine oder kaum Chancen haben, ist sinnlos. Die Verfahren müssen beschleunigt werden, die Abschiebungen besser organisiert werden. Das gebietet schon der Respekt vor den wirklich Bedürftigen. Denn sonst könnte die viel beschworene "Willkommenskultur" ins Gegenteil umschlagen.

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