BPOLP Potsdam: Im Schulterschluss dreier Kontinente gemeinsam gegen Schleusungskriminalität
Potsdam (ots)
Fast 500 verdächtige Dokumente konnten im Rahmen einer sogenannten EMPACT-Aktion afrikaweit vom 20. Mai bis zum 2. Juni 2026 geprüft werden. Etliche illegale Einreisen in die EU mit gefälschten Pässen oder Schengenvisa wurden so im Vorfeld verhindert. Kurios: Auf den Seychellen konnte im Rahmen der Aktion ein seit Jahren als vermisst gemeldeter Deutscher "wiedergefunden" werden.
An dem zweiwöchigen Einsatz nahmen 40 Staaten der Afrikanischen Union, die spanische Nationalpolizei und die Bundespolizei teil. Über die Spanische Nationalpolizei war außerdem das Kooperationsnetzwerk "Red Atenas", an dem fast alle Staaten Südamerikas beteiligt sind, mit an Bord.
Mit Unterstützung der Bundespolizei wurde in Algier ein gemeinsamer Helpdesk zur schnellen Prüfung von Dokumentenfälschungen und Dokumentenmissbrauch aufgebaut. Dieser stand binnen weniger Minuten den anfragenden Polizisten in fast ganz Afrika als schnelle Entscheidungshilfe zur Verfügung: "Dokument echt", "Weiterreise möglich", oder "Dokument falsch oder von falscher Person vorgezeigt", "Ausreise - oft direkt auch nach Europa - untersagen" - so beispielhaft die möglichen Fallkonstellationen.
Die Kommunikation erfolgte hierbei über einen von der Bundespolizei den afrikanischen Staaten zur Verfügung gestellten Polizeimessenger. Dieser ermöglichte eine schnelle Verbindungsaufnahme direkt aus der Kontrollsituation heraus. Der Helpdesk wurde von Experten der spanischen Nationalpolizei, Afripol, verschiedener afrikanischer Staaten und der Bundespolizei bedient.
Hintergrund:
EMPACT ist der gemeinsame Mechanismus der EU-Mitgliedstaaten zur Bekämpfung schwerer und internationaler Kriminalität (European Multidisciplinary Platform Against Criminal Threats). Die Bundespolizei leitet dabei für Deutschland den Prioritätsbereich zur Bekämpfung der Schleusungskriminalität.
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