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21.01.2020 – 15:22

Polizeipräsidium Mittelhessen - Pressestelle Wetterau

POL-WE: Beute: 700.000 Euro - Falsche Polizeibeamte bringen Senior um sein Vermögen

Friedberg (ots)

Falsche Polizeibeamte, inzwischen ein "alter Hut" in der Reihe der Betrugsmaschen, sollte man meinen. Doch die Betrüger haben mit dieser Masche immer und immer wieder Erfolg. Ein aktueller Fall aus der Wetterau dürfte bei den Betrügern ein wahres Freudenfest ausgelöst haben, bei den Ermittlern der Kriminalpolizei nur Fassungslosigkeit. Die Täter schafften es einen Senior um sein Vermögen von rund 700.000 Euro zu bringen.

Es ist Montagabend, der 06. Januar, als das Telefon bei einem Senior aus der Wetterau klingelt. Nennen wir ihn Herr Schmidt. Ein angeblicher Oberkommissar Steinmeier vom Hessischen Landeskriminalamt ist am Telefon. Er berichtet von der Festnahme von drei Einbrechern und davon, dass noch drei weitere Einbrecher auf der Flucht seien. Bei den Festgenommen sei ein Notizbuch gefunden worden. In diesem Buch ständen auch persönliche Daten von Herrn Schmidt. Der angebliche Oberkommissar Steinmeier macht Herrn Schmidt Angst, sagt die Polizei sei in Sorge um ihn und sein Vermögen, ob der noch flüchtigen Täter.

Herr Schmidt wurde vor vielen Jahren schon einmal Opfer eines Einbruchs, die Angaben des Anrufers scheinen ihm glaubhaft, er setzt das Gespräch fort. Nach und nach gewinnt der angebliche Oberkommissar sein Vertrauen. Es folgen diverse Telefonate in den nächsten Tagen, die bis zu einer Stunde dauern. Auch der angebliche Vorgesetzte des Oberkommissar Steinmeier meldet sich bei Herrn Schmidt, bestätigt die Maßnahmen und betont wie wichtig es ist, dass Herr Schmidt die Polizei bei den folgenden Ermittlungen unterstützt. Durch die vielen, sehr persönlich werdenden Telefonate ist zu Herrn Schmidt schließlich eine gute Vertrauensbasis aufgebaut. Am 08. Januar schließlich fährt er zu seiner Bank und räumt sein Schließfach aus. Familienschmuck, hochwertige Uhren, Bargeld und persönliche Dokumente im Wert von rund 250.000 Euro befinden sich darin. Er nimmt sie mit nach Hause.

Oberkommissar Steinmeier fordert ihn auf die Sachen aus dem Schließfach in den Abendstunden vor die Haustür zu legen. Als Herr Schmidt seine Bedenken äußert, wird ihm Druck gemacht. Er solle die Ermittlungen nicht gefährden. Schließlich gibt Herr Schmidt nach und legt die Sachen vor die Haustür.

Es folgen weitere Telefonate, Oberkommissar Steinmeiner, sein Vorgesetzter und auch ein vermeintlicher Staatsanwalt melden sich auch im Weiteren immer wieder bei Herrn Schmidt, wissen inzwischen, dass er noch über rund 450.000 Euro auf seinen Bankkonten verfügt. Am 09.01. haben sie Herrn Schmidt soweit, dass er dieses Geld in Gold investiert. Gold sei eine sichere Geldanlage als Bargeld erklärt er, als er bei einem Bankinstitut die Order aufgibt. Von den vermeintlichen polizeilichen Ermittlungen, die ihn in Wirklichkeit dazu veranlassen, erzählt er nichts.

Am 14.01. wird das Gold zu Herrn Schmidt nach Hause geliefert. In der Zwischenzeit hat er viele weitere Gespräche mit den angeblichen Polizisten geführt. Nun fordern sie ihn auf auch das Gold vor seine Haustür zu legen. Herrn Schmidt geht das nun endgültig zu weit. Der Oberkommissar Steinmeier aber setzt ihn unter Druck und macht ihm Angst. Erklärt ihm sogar, er solle sich ja weit genug von der Haustür fernhalten, da nicht ausgeschlossen sei, dass Schüsse fallen könnten. Herr Schmidt gibt nach, legt auch das Gold vor die Haustür. Dann wartet er auf weitere Anrufe - vergeblich. Der angebliche Oberkommissar meldet sich nicht mehr. Kein Wunder, es handelte sich um einen falschen Polizeibeamten, einen Betrüger, der die Angst und das Vertrauen von Herrn Schmidt schamlos ausnutze und ihn um sein Vermögen brachte.

Erst gestern war das Misstrauen von Herr Schmidt zu groß, der Verdacht stark genug, dass er Opfer eines Betruges wurde. Er ging zu seinem Anwalt, der die Polizei verständigt. Nun laufen die Ermittlungen. Doch die Chancen, dass Herr Schmidt von seinem Vermögen im Wert von rund 700.000 Euro auch nur einen Cent zurückbekommt sind gering.

Sylvia Frech, Pressesprecherin

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