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26.04.2019 – 15:00

Polizeidirektion Kiel

POL-KI: 190426.2 Kreis Plön: Verkehrssicherheitsbericht der Polizeidirektion Kiel 2018 für den Kreis Plön

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Kreis Plön (ots)

Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle im Kreis Plön ist 2018 um 1,5 Prozent gesunken und hat eine Gesamtzahl von 4.099 erreicht. Bei der Mehrheit der Unfälle (3.351 / ca. 81,8 %) handelt es sich um so genannte S3-Unfälle, das heißt Verkehrsunfälle ohne Personenschaden und mit geringfügigen Ordnungswidrigkeiten. Bei 1.484 Unfällen handelt es sich um Wildunfälle.

Die Anzahl der Verletzten ist gegenüber 2017 um 6,5 Prozent (2017: 722 zu 2018: 675) zurückgegangen. Elf Menschen kamen 2018 auf den Straßen des Kreises Plön ums Leben.

Die Unfälle motorisierter Zweiradfahrer reduzierten sich von 88 auf 70. Der Anteil der verletzten Radfahrer ist hingegen weiter gestiegen. Wurden 2017 134 Radfahrer verletzt, waren es im folge Jahr 141, dies ist eine Steigerung um 5,2 %. Nach 46 Unfälle 2017 an denen Kinder unter 15 Jahren beteiligt gewesen waren, kam es im Jahr 2018 zu 56 Unfällen.

Die Unfälle mit Beteiligung älterer Menschen sind um 9,5 Prozent zurückgegangen. Die Zahl von 199 Unfällen bewegt sich damit wieder in Richtung Mittelwert (188 Unfälle) der letzten zehn Jahre.

Die drei Hauptunfallursachen im Kreisgebiet Plön bleiben wie in den Jahren zuvor unverändert: Vorfahrtsmissachtung, Fehler beim Abbiegen und nicht angepasste Geschwindigkeit.

"Die Polizeidirektion Kiel ist weiterhin bestrebt, durch gezielte Verkehrsüberwachung die Verkehrssicherheit zu erhöhen und insbesondere auf die Hauptunfallursache Geschwindigkeit sowie Alkohol- und Drogendelikte im Straßenverkehr einzuwirken", so Behördenleiter Jürgen Funk.

Übersicht in Zahlen:

10 tödliche Verkehrsunfälle mit 11 Getöteten (2017: 5)

Elf Verkehrsteilnehmer verstarben bei Unfällen im Kreis Plön im Jahr 2018.

   - Ein 55-jähriger Pkw-Fahrer verunglückte tödlich, als er auf der 
     B 430 bei Rendswühren einen Sattelzug überholen wollte und dabei
     frontal mit dem Gegenverkehr kollidierte. 
   - Ein 33-jähriger Pkw-Fahrer befuhr die B 430 bei Klamp und geriet
     aus ungeklärter Ursache auf die Gegenfahrbahn. Dort prallte er 
     frontal mit dem Gegenverkehr zusammen und wurde dabei tödlich 
     verletzt. 
   - Ein 35-jähriger Motorradfahrer befuhr die B 76 in Höhe Bösdorf 
     und wollte einen vorausfahrenden Pkw überholen als dieser 
     plötzlich nach links auf einen Parkplatz abbog. Durch den 
     Zusammenprall wurde der Motorradfahrer tödlich verletzt. 
   - Ein 80-jähriger Pkw-Fahrer kam auf der B 202 zwischen Rastorfer 
     Passau und Schwentinental in einer Kurve von der Fahrbahn ab und
     prallte gegen einen Baum. Er verstarb noch an der Unfallstelle. 
   - Ein 83-jähriger Pkw-Fahrer kam in der Ortschaft Laboe aus 
     Unachtsamkeit von der Fahrbahn ab und prallte gegen einen Baum. 
     Dabei verstarben er und seine 80-jährige Beifahrerin. 
   - Ein 59-jähriger Fahrer eines Klein-LKW verunglückte tödlich als 
     er auf der L 46 zwischen Preetz und Honigsee in den Gegenverkehr
     geriet und frontal mit dem entgegenkommenden Verkehr 
     kollidierte. 
   - Ein 24-jähriger Fußgänger trat bei Dunkelheit auf die Fahrbahn 
     der L 52. Kurz vor dem Ortseingang Kiel wurde er von einem 
     Pkw-Fahrer erfasst. Der Fußgänger verstarb noch an der 
     Unfallstelle. 
   - Der Fahrer eines mit vier Personen besetzten Pkw kam in der 
     Ortschaft Schwentinental von der Fahrbahn ab, geriet auf ein 
     Grundstück und prallte gegen einen dort abgestellten Pkw. Ein 
     18-jähriger Fahrzeuginsasse kam dabei auf der Rücksitzbank ums 
     Leben. 
   - Auf der B 430 zwischen Ascheberg und Dersau kam ein Pkw-Fahrer 
     von der Fahrbahn ab und prallte gegen einen Baum. Dabei wurde 
     die 81-jährige Beifahrerin tödlich verletzt. 
   - Ein 57-jähriger Fahrer eines Pkw kam auf der B 430 bei Dersau 
     von der Fahrbahn ab und prallte gegen einen Baum. Er verstarb 
     noch an der Unfallstelle. 

675 verletzte Personen (722)

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Verletzten um 6,5 Prozent gesunken. Von den insgesamt 675 (722) verletzten Personen waren 141 (134) Radfahrer, 67 (82) motorisierte Zweiradfahrer, 37 (41) Fußgänger und 430 (465) Personen mit anderer Verkehrsbeteiligung.

76 LKW-Unfälle (92)

Die Gesamtzahl der LKW-Unfälle ist gegenüber dem Vorjahr deutlich zurückgegangen. Die Zahl der Verletzten fiel von 68 auf 47 Personen. 71 Prozent (63%) der LKW-Fahrer haben die Unfälle nach polizeilichen Ermittlungen selbst verursacht. Als Hauptursachen gelten Verstöße gegen das Rechtsfahrgebot (15 Fälle), sowie die Vorfahrtsmissachtung und nicht angepasste Geschwindigkeit mit jeweils sieben Fällen.

12 Bus-Unfälle (10)

Die Zahl der Bus-Unfälle lag 2018 mit 12 leicht über der Zahl von 2017, bewegt sich aber seit Jahren auf vergleichbarem Niveau. In allen 12 Fällen waren Linienbusse (Vorjahr 2 Fälle) beteiligt. Verletzt wurden hierbei fünf (5) Personen. Knapp die Hälfte der Unfälle haben Busfahrer selbst verursacht.

70 Unfälle motorisierter Zweiradfahrer (88)

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl der Unfälle unter Beteiligung von motorisierten Zweiradfahrern um 20,5 Prozent gesunken und somit wieder da Niveau der Jahre 2015 und 2016 erreicht. Im Verkehrsjahr 2018 verstarb nur ein Kradfahrer, während es im Vorjahr noch zwei waren. 67 (82) Kradfahrer wurden bei den Unfällen verletzt, davon drei Mitfahrer. 41 Unfälle wurden von den Zweiradfahrern selbst verursacht. Hauptunfallursache ist nicht angepasste Geschwindigkeit, hier wurden 16 Unfälle registriert.

140 Unfälle von Radfahrern (133)

Die Anzahl der Unfälle mit Beteiligung von Radfahrern hat sich im Vergleich zum Vorjahr von 133 auf 140 gesteigert. 141 (134) Radfahrer verletzten sich hierbei. In 43 Fällen handelt es sich um Alleinunfälle ohne Beteiligung anderer Verkehrsteilnehmer. Als Hauptunfallursachen registrierte die Polizei Alkohol-/Drogenmissbrauch (10 Fälle) sowie nicht angepasste Geschwindigkeit (8 Fälle).

39 Unfälle mit Fußgängern (45)

Die Zahl der Unfälle mit Fußgängern ist im Vorjahresvergleich leicht von 45 auf 39 gefallen. Verletzt wurden hierbei 38 (42) Personen. Wie im Vorjahr wurde wieder ein Fußgänger tödlich verletzt.

56 Unfälle mit Kindern (46)

Die Zahl der Unfälle, bei denen Kinder unter 15 Jahren beteiligt waren, ist gegenüber 2017 von 46 auf 56 angestiegen und markiert die dritthöchste Zahl der letzten zehn Jahre. 58 Kinder wurden verletzt, 2017 waren es 50 Kinder. 22 (16) der Kinder wurden als Mitfahrer verletzt, 32 (24) als Radfahrer und vier (10) als Fußgänger. In 18 Fällen (19) haben Kinder den Unfall überwiegend selbst verursacht.

233 Unfälle mit Senioren (242)

In der Personengruppe über 65 Jahren ist es 2018 zu 233 Unfällen gekommen, was einem leichten Rückgang gegenüber 2017 entspricht. An diesen 233 Unfällen waren Senioren in 199 Fällen aktiv beteiligt. Insgesamt wurden 138 ältere Menschen verletzt. Vier Senioren verstarben nach einem Unfall. 156 (161) der Unfälle haben die Senioren selbst verursacht, die deutlich meisten, 129 (126) als Führer eines PKW. Die Hauptunfallursachen liegen hier mit 46 Fällen in der Vorfahrtmissachtung sowie Fehlern beim Abbiegen (17).

1.484 Wildunfälle (1.571)

Die Zahl der registrierten Wildunfälle hat gegenüber 2017 um 5,5 Prozent abgenommen und befindet sich nahezu exakt am Mittelwert der letzten zehn Jahre. 36,2 Prozent aller Unfälle im Kreis Plön waren 2018 Wildunfälle.

56 Unfälle unter Alkoholeinfluss (52)

Die Alkoholunfälle sind zum zweiten Mal in Folge angestiegen und haben den Höchststand der letzten zehn Jahre erreicht. In den meisten Fällen (39) waren PKW an den Unfällen beteiligt.

6 Unfälle unter Drogeneinfluss (11)

Mit sechs Verkehrsunfällen unter Drogeneinfluss registrierten die Polizisten im Kreis Plön fünf Unfälle weniger als im Vorjahr. Fünf PKW und ein Radfahrer waren an den Unfällen unter Drogeneinfluss beteiligt.

719 Verkehrsunfälle mit anschließender Flucht (716)

Knapp 17 Prozent aller registrierten Verkehrsunfälle wurden 2018 als Unfallflucht aufgenommen.

Geschwindigkeitsmessungen

Im Kreisgebiet hat die Polizei 2018 erneut umfangreiche Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt. Insgesamt 94.091 (91.713) Fahrzeugführer wurden überprüft. 13.685 davon waren zu schnell. Die Beanstandungsquote von 14,5 Prozent liegt nur wenig höher (0,5%) als im Vorjahr. Dabei wurden 156 Fahrverbote ausgesprochen, 2017 waren es 123.

Handynutzung am Steuer

In 125 Fällen wurden Fahrer mit kontrolliert, die während der Fahrt ihr Handy nutzten. Im Jahr zuvor waren es 53.

Matthias Arends, Pressestelle

Thomas Nesch, Leiter Sachgebiet 1.3

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