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Polizeidirektion Osnabrück

POL-OS: Polizeiliche Verkehrsunfallstatistik 2025 der Polizeidirektion Osnabrück (Gelegenheit für O-Töne am 14.04., 10:30-11:00 Uhr)

3 Dokumente

Osnabrück, Lingen, Meppen, Emden, Leer, Aurich (ots)

Hinweis: Sie haben heute zwischen 10:30 bis 11:00 Uhr die Gelegenheit, O-Töne der Polizeivizepräsidentin Andrea Menke zu bekommen. Finden Sie sich dazu bitte zur passenden Uhrzeit am Heger-Tor-Wall 18, 49078 Osnabrück, ein.

Weniger tödliche Verkehrsunfälle - deutlicher Anstieg von Unfällen mit E-Scootern

Die Zahl der Verkehrsunfälle im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Osnabrück ist mit 31.146 Fällen im letzten Jahr etwa auf dem Vorjahresniveau geblieben. Deutlich rückläufig war hingegen die Zahl der Unfälle mit tödlichem Ausgang: Diese sank auf 65 Fälle mit insgesamt 70 Todesopfern. Im Jahr zuvor wa-ren noch 85 Unfälle mit 91 getöteten Personen registriert worden. Auch bei den Schwerverletzten zeigte sich eine positive Entwicklung. Insgesamt wurden 1.068 Menschen schwer verletzt - der niedrigste Wert der vergangenen zehn Jahre.

"Weniger Getötete und Schwerverletzte durch Verkehrsunfälle sind eine gute Nachricht, auch wenn jede Verletzung eine zu viel ist. Die Gründe für diese positive Entwicklung sind das Ergebnis vieler Faktoren. Dazu zählen moderne Fahrzeugtechnik, eine verbesserte Infrastruktur und eine intensive Verkehrspräventi-on. Gleichzeitig darf uns diese Entwicklung nicht in falscher Sicherheit wiegen. Wir müssen Verkehrssicher-heitsarbeit ständig anpassen und weiterentwickeln. Dazu gehört aus meiner Sicht auch eine breitere Debat-te über das Tragen von Sicherheitshelmen auf E-Scootern und Fahrrädern", sagt Polizeivizepräsidentin Andrea Menke resümierend.

Risikogruppen: Junge Fahrende sowie Seniorinnen und Senioren besonders betroffen

Wie bereits in den vergangenen Jahren, gehörten auch 2025 viele der tödlich verunglückten Menschen zu zwei bekannten Risikogruppen: junge Fahrende zwischen 18 und 24 Jahren sowie Seniorinnen und Senio-ren ab 65 Jahren. Zusammengenommen entfielen rund 50 Prozent der Verkehrstoten allein auf diese bei-den Altersgruppen. Bei den jungen Fahrenden verloren 11 Menschen ihr Leben. In 63 Prozent der Fälle hatten sie den Verkehrsunfall selbst verursacht. Auffällig ist zudem, dass fast die Hälfte der tödlichen Unfäl-le dieser Altersgruppe alleinbeteiligt an einem Baum endeten. Auch bei den Seniorinnen und Senioren ab 65 Jahren zeigte sich ein erhöhtes Risiko - 24 Menschen dieser Altersgruppe kamen 2025 auf den Straßen der Direktion ums Leben. In 70 Prozent der Fälle waren sie selbst Unfallverursacher. Häufigste Ursache war das Missachten der Vorfahrt.

Menke: "Gerade bei jungen Fahrerinnen und Fahrern sehen wir immer wieder Selbstüberschätzung und riskantes Verhalten. Genau hier setzen wir an: Wir wollen erreichen, dass Risiko gar nicht erst zur Option wird. Mit Präventionsprojekten wie "Abgefahren - wie krass ist das denn?", sprechen wir Fahranfänger gezielt an und konfrontieren sie mit den realen Folgen schwerer Verkehrsunfälle. Gleichzeitig wollen wir ältere Verkehrsteilnehmer dabei unterstützen, möglichst sicher und lange mobil zu bleiben. Mit Program-men wie "Fit im Auto und Fit auf dem Pedelec/Fahrrad", bieten wir Seniorinnen und Senioren die Möglich-keit, ihr eigenes Fahrverhalten realistisch einzuschätzen und Sicherheit im Straßenverkehr aktiv zu trainie-ren. Verkehrsprävention bedeutet für uns deshalb immer auch, unterschiedliche Lebensrealitäten gezielt in den Blick zu nehmen."

Rückgang schwerer Unfallfolgen bei Fahrrad- und Pedelecfahrenden

Der Radverkehr spielt im Gesamtbild des Straßenverkehrs eine immer größere Rolle. Entsprechend hoch bleibt auch die Zahl der Verkehrsunfälle mit Fahrrädern und Pedelecs. Im Jahr 2025 waren 2.002 Fahrrad-fahrende sowie 1.265 Pedelec-Fahrende an Verkehrsunfällen beteiligt. Insgesamt bewegt sich die Beteili-gung damit auf einem nahezu unveränderten Niveau. Positiv ist die Entwicklung bei den tödlichen Unfall-folgen: Die Zahl der tödlich verunglückten Radfahrenden sank um rund 55 Prozent (von 11 auf 5). Bei Pe-delec-Fahrenden ging die Zahl der tödlichen Unfälle um 50 Prozent zurück - von 12 auf 6.

Menke: "Der Straßenverkehr wird zunehmend vielfältiger - und damit auch anspruchsvoller. Gerade im Bereich der Zweiräder braucht es ein hohes Maß an Aufmerksamkeit und gegenseitiger Rücksichtnahme. Sicherheit entsteht nur, wenn alle Verkehrsteilnehmenden dieses Miteinander aktiv leben. Beim Thema Eigenschutz sollten wir in der Gesellschaft das selbstverständliche Tragen eines Fahrradhelms stärker fokus-sieren."

Deutlicher Anstieg bei E-Scooter-Unfällen

Eine besonders dynamische Entwicklung zeigt sich bei E-Scootern. Die Zahl der Verkehrsunfälle mit diesen Fahrzeugen ist deutlich gestiegen. Im Jahr 2025 registrierte die Polizei 374 E-Scooter-Unfälle - ein Anstieg um rund 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2024: 201). Gleichzeitig nahm auch die Zahl der verletzten E-Scooter-Fahrenden deutlich zu: 247 Personen wurden leicht verletzt, 35 schwer verletzt, tödliche Unfälle wurden im Jahr 2025 nicht registriert. In 22 Fällen standen die Fahrenden unter Alkoholeinfluss.

Menke: "E-Scooter sind aus dem urbanen Verkehr nicht mehr wegzudenken. Gleichzeitig beobachten wir, dass vor allem junge Menschen die Risiken unterschätzen oder die Verkehrsregeln nicht beachten. Auch das Thema Alkohol spielt hier eine Rolle. Es braucht mehr Verantwortungsbewusstsein, denn auch ver-meintlich kleine Fahrzeuge können zu schweren Unfällen mit schlimmen Folgen führen. Auch ein Helm kann helfen, schwere Verletzungen zu verhindern. Deshalb sollten wir bei den E-Scootern ernsthaft darüber sprechen, wie wir den Schutz der Nutzenden weiter verbessern können."

Geschwindigkeit bleibt Hauptursache - Baumunfälle besonders folgenschwer

Wie bereits in den vergangenen Jahren zeigt sich auch 2025: Überhöhte oder nicht angepasste Geschwin-digkeit bleibt die häufigste Hauptursache bei Verkehrsunfällen mit schwerstem oder tödlichem Ausgang. Gerade bei schweren Unfällen - etwa bei Baumkollisionen - entscheidet die Geschwindigkeit maßgeblich über die Schwere der Unfallfolgen. Zu den häufigsten Ursachen im Unfallgeschehen insgesamt zählt wei-terhin auch unzureichender Sicherheitsabstand - insbesondere bei Verkehrsunfällen mit Sachschäden. Be-sonders schwere Folgen haben weiterhin die Baumunfälle. Insgesamt registrierte die Polizei 548 entspre-chende Verkehrsunfälle. Hierbei führ etwa jeder sechste Baumunfall führt zu schweren Verletzungen und etwa jeder 42. Baumunfall endet tödlich. 372 Unfälle ereigneten sich darüber hinaus außerhalb geschlosse-ner Ortschaften. Die Folgen solcher Unfälle sind häufig gravierend: 219 Personen wurden leicht, 95 schwer und 13 tödlich verletzt. Bei 87 Prozent dieser Unfälle wurde mindestens eine Person verletzt oder getötet.

Menke: "Gerade bei Baumunfällen sehen wir, wie stark die Geschwindigkeit über die Schwere der Verlet-zungen entscheidet. Vor diesem Hintergrund ist es sinnvoll, auch über strukturelle Maßnahmen zu spre-chen. Ein Tempolimit von 80 km/h auf Landstraßen, wie in den Niederlanden, könnte die Folgen solcher Unfälle mindern."

Alkohol, Drogen und Medikamente im Straßenverkehr Bei Fahrten unter Alkoholeinfluss zeigt sich eine leicht positive Entwicklung. Die Zahl der Unfälle unter Alkoholeinfluss sank um rund 10 Prozent auf 662 Unfälle (2024: 735). Auch die Alkoholfahrten ohne Ver-kehrsunfall verringerte sich von 1.818 auf 1.802. Anders stellt sich die Situation bei Drogen und Medika-menten dar. Hier verzeichnete die Polizei einen Anstieg der festgestellten Fahrten um rund 4 Prozent (2024: 3.064; 2025: 3.187). Auch die Zahl solcher Verkehrsunfälle stieg um 7 Prozent (von 133 auf 142).

Ausblick: Verkehrssicherheitsarbeit 2026 Die Polizei Niedersachsen wird ihre Verkehrssicherheitsarbeit auch künftig konsequent und angepasst fort-setzen. Im Jahr 2026 stehen insbesondere die landesweiten Schwerpunktthemen Geschwindigkeit und Verkehrstüchtigkeit im Fokus. Zusätzlich setzt die Polizeidirektion Osnabrück einen eigenen Schwerpunkt beim Zweiradverkehr.

Rückfragen bitte an:

Polizeidirektion Osnabrück
Laura-Christin Brinkmann
Telefon: 0541/327-1027
E-Mail: pressestelle@pd-os.polizei.niedersachsen.de
http://www.pd-os.polizei-nds.de

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