DIE ZEIT

Literaturnobelpreisträger Oe empfängt musikalische Botschaften von seinem geistig behinderten Sohn

    Hamburg (ots) - Der japanische Schriftsteller und Nobelpreisträger Kenzaburo Oe, 71, erzählt in der ZEIT von seinem Verhältnis zu seinem geistig behinderten Sohn, Hikari. 1964 hat Oe über dessen Geburt sein bekanntestes Buch Eine persönliche Geschichte geschrieben. "Inzwischen ist unser Sohn 42 Jahre alt", sagt Oe, "die meiste Zeit seines Lebens hat Hikari in sich geschlossen und ohne Kontakt zur Außenwelt verbracht. Doch über die Jahre haben sich immer wieder winzige Fenster geöffnet. Zum ersten Mal reagierte er mit vier Jahren auf Stimmen. Es waren Vogelstimmen auf einer Tonbandaufnahme." Als Heranwachsender habe sich Hikari zunächst so weit entwickelt, "dass er der Musik von Beethoven, Bach und Mozart konzentriert zuhörte. Dann fing er sogar an, kleine Stücke zu komponieren." Mit 20 Jahren brachte Hikari eine CD mit seinen Kompositionen heraus, die in Japan ein großer Erfolg wurde.     Der Schriftsteller wurde von seinem Sohn letztes Jahr zum 70. Geburtstag mit einem Stück überrascht, das den Titel trug: Die "Mein-Vater-wird-70-Jahre-alt"-Gigue. Oe: "Zum ersten Mal in seinem Leben war Hikaris Musik auch für uns erkennbar mit Bedeutung gefüllt." Sein Sohn sende jetzt "mit seiner Musik Botschaften an seinen Vater und an die Welt. Dass er plötzlich Töne und Worte kombinierte, bedeutet für mich ein unglaubliches Glück."

    Den kompletten ZEIT-Beitrag der ZEIT Nr. 20 vom 11. Mai 2006       senden wir Ihnen gerne zu.

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