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Bundesärztekammer

Suizidprävention beginnt im Sprechzimmer
Bundesärztekammer: Suizidprävention ist eine ärztliche Aufgabe in allen Bereichen der Medizin

Berlin (ots)

Suizidprävention ist als ärztliche Kernaufgabe in allen Bereichen der Medizin zu verstehen. Das betont die Bundesärztekammer (BÄK) anlässlich des Welttags der Suizidprävention am 10.09.2026. Suizidgedanken und suizidale Krisen begegnen Ärztinnen und Ärzten täglich, häufig lange bevor Betroffene psychiatrische oder psychotherapeutische Hilfe in Anspruch nehmen. Deshalb darf Suizidprävention nicht als ausschließlich psychiatrisches Spezialthema betrachtet werden.

"Suizidprävention beginnt im Sprechzimmer", erklärt der Präsident der Bundesärztekammer Dr. Klaus Reinhardt. "Hausärztinnen und Hausärzte, Internistinnen und Internisten, Onkologen, Schmerzmedizinerinnen und Schmerzmediziner, Geriater oder die Teams in Notaufnahmen erleben Menschen in schweren persönlichen und gesundheitlichen Krisen. Offene Nachfrage nach psychischer Belastung oder Suizidgedanken kann dabei den Unterschied machen. Das ärztliche Gespräch in allen Versorgungssettings kann zur Brücke in die fachärztliche Versorgung in Psychiatrie, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie werden. Suizidprävention darf nicht davon abhängen, ob eine Patientin oder ein Patient zufällig beim richtigen Facharzt landet. Es ist eine universale ärztliche Aufgabe, Warnsignale zu erkennen, Suizidalität anzusprechen und den Weg zu geeigneter Unterstützung zu eröffnen."

Zugleich fordert Reinhardt mehr gesellschaftliche Anstrengungen zur Suizidprävention. Der bisher vorliegende Referentenentwurf zur gesetzlichen Verankerung der Suizidprävention stellt zwar einen ersten Schritt in die richtige Richtung dar. Die darin vorgesehenen Absichtserklärungen und vorbereitenden Maßnahmen reichen jedoch bei weitem nicht aus, um den bestehenden Handlungsbedarf wirksam zu adressieren und eine nachhaltige Verbesserung der Suizidprävention zu erreichen.

Die Bundesärztekammer fordert deshalb, die Voraussetzungen für eine wirksame Suizidprävention weiter zu stärken. Dazu gehören insbesondere:

  • Krisendienste, Beratungsangebote und weitere Ansprechpartner niedrigschwellig und schnell verfügbar zu machen.
  • Eine bundesweit einheitliche Telefonnummer zur Hilfe für Menschen mit Suizidgedanken und ihre Angehörigen.
  • Konsequente Schutzmaßnahmen an bekannten Hotspots für Suizide wie z.B. bestimmte Brücken, hohe Bauwerke und Abschnitte von Bahnstrecken.

Die Bundesärztekammer sieht die Politik gefordert, die bereits im Rahmen der Nationalen Suizidpräventionsstrategie angestoßenen Maßnahmen konsequent weiterzuentwickeln und nachhaltig zu finanzieren.

Der Welttag der Suizidprävention erinnert daran, dass Suizide und Suizidversuche kein unvermeidbares Schicksal sind. Eine wirksame Prävention erfordert Aufmerksamkeit, Wissen und verlässliche Hilfestrukturen. Ärztinnen und Ärzte können dabei eine zentrale Rolle spielen, indem sie Krisen frühzeitig erkennen und Betroffene auf ihrem Weg zu Unterstützung begleiten.

Hinweis: Wenn Sie selbst Suizidgedanken haben oder sich Sorgen um einen Menschen in Ihrem Umfeld machen, holen Sie sich bitte Unterstützung. In einer akuten Krise wenden Sie sich an den Notruf 112 oder eine psychiatrische Notaufnahme.

Pressekontakt:

Bundesärztekammer
Dezernat Politik und Kommunikation
Herbert-Lewin-Platz 1
10623 Berlin

Tel.: (030) 4004 56 700
Fax: (030) 4004 56 707
E-Mail: presse@baek.de

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