AOK-Bundesverband

Online-Arztsuche: AOK und Weisse Liste starten Pilotprojekt
AOK-Versicherte in Berlin, Hamburg und Thüringen können an Befragung zu ihren Ärzten teilnehmen

Berlin/Gütersloh (ots) - Die AOK und die Weisse Liste entwickeln gemeinsam ein nicht-kommerzielles Internetportal, das Patienten und Versicherte bei der Arztsuche unterstützen soll. Dazu starten sie heute ein Pilotprojekt in Hamburg und Berlin. Thüringen wird in Kürze als dritte Pilotregion hinzukommen. AOK-Versicherte aus den drei Pilotregionen können unter www.aok-arztnavi.de an einer wissenschaftlich fundierten Online-Befragung zu ihren Ärzten teilnehmen und ihre Erfahrungen als Patienten einbringen. Die Ergebnisse der Befragung bilden die Grundlage für das neue Arztsuchportal, das ab Herbst 2010 unter www.weisse-liste.de und www.aok-arztnavi.de veröffentlicht wird. Die Weisse Liste ist ein gemeinsames Projekt der Bertelsmann Stiftung und der Dachverbände der größten Patienten und Verbraucherorganisationen.

"Wir möchten eine verlässliche und aussagekräftige Orientierungshilfe für die Arztsuche schaffen und damit für mehr Transparenz im Gesundheitswesen sorgen", sagt Dr. Brigitte Mohn, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung. Patienten und Versicherte suchten heute oft vergeblich nach Informationen, die sie bei der Auswahl eines passenden Arztes unterstützen. "Mit Hilfe unserer leicht verständlichen und methodisch fundierten Online-Suche sollen Patienten künftig die Möglichkeit haben, ihren Arzt bewusster zu wählen - auf Basis der Erfahrungen anderer Patienten", so Mohn.

"In der strukturierten Befragung können Patienten über ihre Erfahrungen bei der ärztlichen Behandlung Auskunft geben", sagt Jürgen Graalmann, stellvertretender Vorsitzender des AOK-Bundesverbandes. "Wir haben dazu ein Verfahren entwickelt, das diese Patientenerfahrungen auf faire Weise für andere Patienten und für die behandelnden Ärzte nutzbar macht. Wir wollen Versicherten damit qualitätsgesichert helfen, den für sie richtigen Arzt zu finden. Und wir bieten den behandelnden Ärzten damit hilfreiche Hinweise, wie sie von ihren Patienten gesehen werden." Dabei beachte das Projekt strikt alle Datenschutzbestimmungen. So entstehe eine Online-Arztsuche neuer Qualität. "Wir rufen deshalb alle AOK-Versicherten in den Pilotregionen auf, ihre Erfahrungen einzubringen und damit anderen Patienten zu helfen", so Graalmann.

Die Befragung, die heute unter www.aok-arztnavi.de startet, wurde in einem mehrstufigen Verfahren wissenschaftlich entwickelt. An der Entwicklung waren Patienten- und Ärztevertreter beteiligt. Der Online-Fragebogen besteht aus rund 30 Fragen zu den Themenbereichen "Praxis und Personal", "Arztkommunikation" und "Behandlung". So wird etwa gefragt, ob der Arzt den Patienten in Entscheidungen einbezieht oder ob die Patienten den Schutz ihrer Intimsphäre in einer Praxis gewahrt sehen. Zudem können die Teilnehmer angeben, ob sie den Arzt an Freunde weiterempfehlen würden. Auf Freitextbewertungen verzichten die Initiatoren bewusst, um Verunglimpfungen von Ärzten auszuschließen. Durch ein spezielles Login-Verfahren für die Versicherten wird sichergestellt, dass jeder Nutzer nur jeweils eine Beurteilung je Arzt abgeben kann. So sollen Manipulationen wie Mehrfachbewertungen ausgeschlossen werden.

"Der Fragebogen deckt die Bereiche ab, die Patienten und Verbraucher bei der Arztwahl interessieren. Es geht um Fragen, die Patienten sehr gut beurteilen können", sagt Gerd Billen, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands. Das sei das Besondere an dem neuen Projekt: "Patienten informieren Patienten - und das methodisch abgesichert, aussagekräftig und vertrauenswürdig. Eine informierte Wahlentscheidung setzt die Transparenz voraus, die hier nun geschaffen wird", so Billen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband ist eine der am Projekt beteiligten Patienten- und Verbraucherorganisationen.

Ab Herbst 2010 werden die Befragungsergebnisse zu den niedergelassenen Ärzten in der neuen Online-Arztsuche veröffentlicht. Voraussetzung für die Veröffentlichung der Ergebnisse eines Arztes ist, dass eine mindestens zweistellige Anzahl an Beurteilungen vorliegt. Die Beurteilungen werden zusammengefasst und nutzerfreundlich aufbereitet. Zahnärzte und Psychotherapeuten sind im ersten Schritt noch nicht mit einbezogen, sollen aber nach Abschluss der Pilot-phase mit eigens entwickelten Fragebögen ebenfalls beurteilt werden können. Zu Beginn werden in der Online-Arztsuche die Befragungsergebnisse aus den drei Pilotregionen abrufbar sein. Danach sollen Schritt für Schritt Ergebnisse aus ganz Deutschland in das Portal einfließen. Nach der Entwicklungsphase sollen sich auch andere Krankenkassen an dem Projekt beteiligen können.

Zur AOK: Die AOK versichert rund 24 Millionen Menschen. Sie besteht aus 14 AOKs und dem AOK-Bundesverband. Mit dem AOK-Gesundheitsnavigator unter der Internetadresse www.aok-gesundheitsnavi.de bietet die AOK verschiedene Informations- und Rechercheangebote rund um das Thema Gesundheit. Der AOK-Arztnavigator auf Basis der Weissen Liste ist eine Erweiterung dieses Services.

Zur Weissen Liste: Die Weisse Liste ist ein gemeinsames Projekt von Bertelsmann Stiftung, Bundesarbeitsgemeinschaft SELBSTHILFE (BAG SELBSTHILFE), Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen, FORUM chronisch kranker und behinderter Menschen im PARITÄTISCHEN Gesamtverband, Sozialverband VdK Deutschland und Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). Die Initiatoren wollen mit dem Internetportal www.weisse-liste.de eine individuelle Entscheidungshilfe für Patienten und Angehörige zur Verfügung stellen und für mehr Transparenz im Gesundheitswesen sorgen. Gestartet ist das Portal im Juni 2008 mit einer Krankenhaussuche, die Arztsuche ist eine Erweiterung.

Weitere Informationen finden sich unter: www.weisse-liste.de oder www.aok-arztnavi.de .

Pressekontakt:

AOK-Bundesverband: Gabriele Hauser-Allgaier, Tel. 030-34646-2312,
Mail: gabriele.hauser-allgaier@bv.aok.de

Bertelsmann Stiftung: Timo Thranberend, Tel. 05241-8181117,
Mail: timo.thranberend@bertesmann-stiftung.de

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