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Energieversorgungssektor steht vor enormer Herausforderung

    Frankfurt (ots) -

    PwC-Studie The Big Leap - Utilities Global Survey 2006     prognostiziert fast "revolutionäre" Veränderungen / In Europa       steigt Angst vor Stromausfällen / Klimawandel fördert neue       Technologien und den Einsatz von Kernenergie

    Der Energieversorgungsbranche stehen weltweit gewaltige Umwälzungen bevor. In den führenden Versorgungsunternehmen rechnet das Management mit schon fast "revolutionären" Veränderungen in der Branche. Besonders stark ausgeprägt ist diese Erwartung in Europa. 72 Prozent der von PricewaterhouseCoopers (PwC) für die achte Auflage des Utilities Global Survey befragten Topmanager aus europäischen Energieversorgungsunternehmen haben diesen Eindruck angesichts der widersprüchlichen Anforderungen, mit denen sie sich konfrontiert sehen: Ungleichgewicht bei Angebot und Nachfrage, sensible Infrastruktur und Sorgen um die Umwelt.

    Die Branche ist bereit für einen großen Sprung nach vorne. Nach Ansicht von zwei Dritteln der von PwC befragten 116 Topmanager aus 98 Unternehmen in 43 Staaten müssen in den kommenden zehn Jahren gleich mehrere Probleme gleichzeitig angepackt werden: Umweltschäden müssen reduziert, innovative Technologien entwickelt und neue Brennstoffquellen gefunden werden. Auch am Kundenservice muss gefeilt werden. Aber nicht nur die Unternehmen müssen aktiv werden, sondern insbesondere auch die politischen Entscheidungsträger. 80 Prozent der Befragten sind davon überzeugt, dass politische und regulatorische Faktoren sie bislang an der effektiven Lösung der bestehenden Herausforderungen hindern. Vielleicht seien erst Versorgungskrisen oder Umweltkatastrophen nötig, um den notwendigen Impuls für einen Richtungswechsel auszulösen, war vielfach zu hören.

    The Big Leap: Utilities Global Survey 2006 zeigt, dass die Versorgungssicherheit wie auch in den beiden Jahren zuvor das größte Sorgenkind der Branche ist. Vor allem in Europa hat die Angst vor Stromausfällen und Gasengpässen zugenommen. Die Zahl der Energieversorgungsunternehmen, die mit einer Zunahme von Blackouts rechnen, hat sich in den vergangenen fünf Jahren verdoppelt. Vielen Managern gehen die Veränderungen angesichts der künftigen Herausforderungen zu langsam voran. 42 Prozent sind davon überzeugt, dass die Entwicklung erneuerbarer Energiequellen hinterherhinkt.

    Regulierung und Gesetzgebung sind Stolpersteine

    Unsicherheiten bei den Rahmenbedingungen und der Regulierung behindern Investitionen in den Sektor und rangieren bei den befragten Unternehmen unter den drei meistgenannten Herausforderungen. Um den prognostizierten Nachfrageanstieg befriedigen zu können, müssen laut "World Energy Outlook 2005" der International Energy Agency bis zum Jahr 2030 13 Billionen US-Dollar in die Erzeugung, den Transport und den Vertrieb von Strom und die Versorgungsinfrastruktur bei Gas investiert werden. 42 Prozent der Umfrageteilnehmer sind davon überzeugt, dass Regulierung und Gesetzgebung sie bei der Entwicklung langfristiger Pläne behindern.

    "Die Befragung zeigt einmal mehr, dass die notwendigen Fortschritte - ob in der Infrastruktur, bei Technologie, Umwelt oder Investitionen - nur gemacht werden können, wenn die Branche den Schulterschluss mit den Gesetzgebern und den Investoren sucht", stellt Manfred Wiegand, Global Utilities Leader bei PwC, fest. Er ist davon überzeugt, dass die Strom- und Gasindustrie der Zukunft völlig anders aussehen wird als heute. "Es wird zwar weniger, dafür aber größere 'superregionale' Erzeuger und Distributeure geben. Upstream- und Downstreamgeschäft werden enger zusammenrücken und Infrastrukturanlagen werden immer häufiger in den Besitz von privaten Investmentfonds wechseln", lautet seine Prognose. Auf der Kundenseite werden sich die Energieversorgungsunternehmen voraussichtlich auf eine größere Beteiligung der Endkunden einstellen müssen: z.B. den industriellen Großkunden bei großen Kraftwerksanlagen ebenso wie bei kleineren und mittleren Abnehmern im Zusammenhang mit dezentralen Stromerzeugungsanlagen. Eine Schlüsselrolle kommt der Technologie zu. Wiegand: "Investitionen- speziell in die Stromerzeugung auf Basis der sogenannten Clean Coal Technologien - werden eine wichtige Rolle dabei spielen, in welchem Ausmaß Treibhausgasemissionen gesenkt werden können. Kohle und Kernenergie werden im Brennstoffmix eine größere Rolle spielen. Viele in der Branche rechnen damit, dass es weltweite Cap-and-Trade-Modelle zur Emissionskontrolle geben wird."

    Weitere Highlights der PwC-Umfrage

    Die Aktivitäten der Branche im Bereich Mergers & Acquisitions haben sowohl beim Gesamtwert aller Transaktionen als auch bei der Größe der Einzeltransaktionen Rekordniveau erreicht. Der Wert aller Transaktionen ist im Jahr 2005 auf 196 Milliarden US-Dollar gestiegen, ein Jahr zuvor lag er bei 123 Milliarden US-Dollar.     Kohle wird in den kommenden fünf Jahren neben Gas den Löwenanteil zur Befriedigung der steigenden Nachfrage beitragen.

    Die Atomenergie steht vor einer Renaissance: Die Hälfte der Befragten in Nord-, Mittel- und Südamerika sowie in Europa und 44 Prozent aller Umfrageteilnehmer rechnen damit, dass in ihrer Region im Kampf gegen die Erwärmung der Erdatmosphäre die Kernenergiekapazitäten aufgestockt werden.

    Technologische Innovationen sollen den Unternehmen dabei helfen, ihren Wirkungsgrad zu erhöhen und die Gratwanderung zwischen den künftigen Herausforderungen durch gesteigerte Nachfrage einerseits und Umweltprobleme andererseits zu bewältigen.

    Die Ergebnisse der Umfrage "The Big Leap: Utilities Global Survey 2006" können Sie auch anfordern bei: karim.schaefer@pwc.com

Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Manfred Wiegand PricewaterhouseCoopers Global Utilities Leader Tel.: (0201) 438 - 1509 E-Mail: manfred.wiegand@de.pwc.com Karim Schäfer PricewaterhouseCoopers Corporate Communications / Presse Tel.: (069) 9585 - 54 35 E-Mail: karim.schaefer@de.pwc.com

Hinweis für die Redaktion:

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