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Quantensicherheit für Finanzinstitute – Eile ist geboten

Quantensicherheit für Finanzinstitute – Eile ist geboten
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Quantensicherheit für Finanzinstitute – Eile ist geboten

  • Quantenrisiko: Finanzbranche muss Kommunikationsstrecken dringend absichern
  • Workshop auf der Geneva Cyber Week mit dem United Nations Institute for Disarmament Research (UNIDIR) und dem Swiss Federal Department of Foreign Affairs (FDFA)
  • Informations-Abend exklusiv für Finanzinstitute am 9. Juni in Frankfurt am Main mit Diplomatic Council Quantum Leap (DCQL), einem globalen Think Tank mit Beraterstatus bei den Vereinten Nationen, in Koordination mit Finanzplatzinitiative Hessen, Roundtable Quantum Hessen, Frankfurt Financial Exchange (FFE), DE-CIX, ID Quantique, IonQ und anderen.

Frankfurt, 5. Mai 2026 – Die rasanten Fortschritte in der Quantentechnologie stellen die Finanzbranche vor eine grundlegende sicherheitstechnische Herausforderung. Was lange als Zukunftsszenario galt, entwickelt sich zunehmend zu einem realen Risiko: Leistungsfähige Quantencomputer könnten in absehbarer Zeit zentrale Verschlüsselungsverfahren knacken, auf denen heute nahezu die gesamte digitale Finanzkommunikation basiert. Besonders kritisch sind dabei die Datenverbindungen zwischen Rechenzentren und Bankzentralen – sie bilden ein Rückgrat des globalen Finanzsystems und müssen frühzeitig quantensicher gemacht werden.

Dies ist die Kernbotschaft der Initiative Diplomatic Council Quantum Leap (DCQL), die sich zur Aufgabe gemacht hat, die Wirtschaft bei der Adaption der Quantentechnologie zu unterstützen. Chairman ist Harald A. Summa, der maßgeblich dazu beigetragen hat, rund um das einst rein technische „Phänomen Internet“ einen blühenden Wirtschaftszweig zu kreieren. Der von ihm gegründete eco (Verband der Internetwirtschaft) ist heute der größte Internetverband Europas. Er sagt: „Bei der Quantentechnologie stehen wir an einem ähnlichen Punkt, an dem es gilt, ein Ökosystem rund um die neue Technologie zu bauen. Kurzfristig kommt dabei der Absicherung des Finanz­systems eine zentrale Bedeutung zu, da es als kritische Infrastruktur das Fundament jedweder wirtschaftlicher Wertschöpfung bildet.“

Internet, Künstliche Intelligenz, Quantentechnologie

Harald A. Summa ordnet die Auswirkungen maßgeblicher technologischer Entwicklungen für das Finanzwesen ein: „Das Internet hat den Weg frei gemacht für eine neue Generation von FinTechs, die das klassische Bankengeschäft zumindest in Teilen massiv bedrohen. KI hat mit Robo-Advisory und einer neuen KI-gesteuerten Angriffswelle – Stichwort Mythos – den Finanz­dienstleistungs­sektor aufgemischt. Mit Quantentechnologie stehen ähnlich fundamentale Veränderungen an. Das Ende der Kryptographie, wie wir sie bislang kennen, stellt kurzfristig die wohl dramatischste Veränderung dar.“ Er fügt hinzu: „Um nicht missverstanden zu werden: Alle diese völlig unterschiedlichen Sprung­technologien bringen viel Positives mit sich. Wir stehen bei der Quantentechnologie am Anfang einer Entwicklung, die vielfach noch stark foschungsgetrieben ist, aber bereits heute etliche ernstzunehmende reale Anwendungsszenarien und mittelfristig einen riesigen Markt eröffnen wird. Aber das darf nicht dazu führen, die damit verbundenen Gefahren zu unterschätzen.“

Ziel: Quantensichere IT-Systeme

Für eine der dringendsten aktuellen Aufgaben, nicht nur der Finanzbranche, hält Harald A. Summa, die derzeitigen IT-Systeme quantensicher zu machen. Im Kern geht es dabei um die Verwundbarkeit etablierter Verfahren zur Datenverschlüsselung. Krypto­graphische Methoden, die heute noch als sicher eingestuft werden, können künftig durch Quantencomputing geknackt werden. Systeme, Datenbestände und Übertragungswege wären dann für Cyberkriminelle so einsehbar wie ein offenes Buch.

Harald A. Summa erläutert: „Verfahren wie RSA, Elliptic Curve Cryptography und Diffie-Hellman sichern derzeit Transaktionen, Zahlungsverkehr, Handelsplattformen und interne Kommunikations­wege. Mit dem Fortschritt von Quantencomputern droht jedoch ein Bruch dieser Sicherheits­architektur.“ Er verweist beispielhaft auf den Shor-Algorithmus, der genau diese Verfahren kompromittieren kann, so dass Finanzdaten, Authentifizierungsprozesse und digitale Signaturen nicht mehr zuverlässig geschützt wären.

Harvest now, decrypt later“

Hinzu kommt ein bereits heute relevantes Angriffsszenario: „Harvest now, decrypt later“. Angreifer sammeln verschlüsselte Datenbestände, um sie zu einem späteren Zeitpunkt mit dann verfügbaren leistungs­fähigeren Technologien zu entschlüsseln. Für Banken bedeutet dies, dass selbst aktuell sichere Kommunikation langfristig kompromittiert werden kann. Besonders betroffen sind hochsensible Informationen wie Transaktionsdaten, Kundendaten, Handelsstrategien und interne Risikomodelle.

Vor diesem Hintergrund rückt die Absicherung der Kommunikationsstrecken zwischen Data Centers und Bankzentralen in den Fokus. Diese Verbindungen transportieren täglich enorme Datenmengen und sind essenziell für Zahlungsabwicklung, Liquiditätssteuerung und Echtzeit-Handel. Ein erfolgreicher Angriff auf diese Infrastruktur birgt die Gefahr, das Vertrauen in das Finanzsystem insgesamt zu erschüttern mit potenziell verheerenden Auswirkungen auf ganze Volkswirtschaften.

Florian Fröwis, Director Quantum Security bei Diplomatic Council Quantum Leap, erläutert: „Die Umstellung auf quantensichere Verschlüsselungsverfahren ist ein mehrjähriger Transformations­prozess. Entgegen der Darstellung vieler traditioneller Infrastrukturausrüster wird es aufwändig und teuer, herkömmliche Netzwerk- und Kommunikationskomponenten quantensicher zu machen. Denn nur mit Lösungen, die den kryptographischen Wandel von der Kommunikationsinfrastruktur entkoppeln, entsteht jene Krypto-Agilität, die in diesem Szenario eine Schlüsselrolle spielt.“ Darunter versteht man die Fähigkeit von IT-Systemen, kryptographische Verfahren flexibel und ohne tiefgreifende Eingriffe auszutauschen oder zu aktualisieren. Gerade im Übergang zur Post-Quantum-Kryptographie ist dies entscheidend, da sich Standards und Algorithmen in den kommenden Jahren weiter­entwickeln werden. Florian Fröwis: „Finanzinstitute benötigen daher Architekturen, die es erlauben, Verschlüsselungsmechanismen schnell anzupassen, zu kombinieren oder schrittweise zu ersetzen, ohne den laufenden Betrieb zu gefährden.“

Mangelnde Transparenz über Krypto-Infrastruktur

Der Experte für Quantensicherheit hat bei Projekten in der Finanzbranche festgestellt: „Eine zentrale Herausforderung vieler Finanzinstitute ist organisatorischer Natur: Kryptographie war historisch eine Eigenschaft beschaffter Produkte. Mit neuer Regulatorik und der Umstellung auf quantensichere Verfahren stehen Institute nun erstmals in der Pflicht, ihre kryptographische Architektur zu verstehen und aktiv zu gestalten. In der Praxis empfiehlt sich daher ein priorisiertes Vorgehen. Besonders exponierte oder geschäftskritische Systeme erfordern Tempo und Weitblick zugleich." Neben der Einführung neuer Algorithmen gewinnt auch die physische Absicherung der Daten­übertragung an Bedeutung. Technologien wie Quantum Key Distribution (QKD) ermöglichen es, kryptographische Schlüssel auf physikalischer Ebene abzusichern und Manipulationsversuche unmittelbar zu erkennen. Erste Projekte etwa bei JP Morgan Chase oder HSBC zeigen, dass solche Ansätze insbesondere für kritische Verbindungen zwischen Rechenzentren und zentralen Steuerungs­einheiten geeignet sind.

Harald A. Summa fügt hinzu: „Regulatoren und Aufsichtsbehörden haben begonnen, das Thema aufzugreifen. Internationale Standardisierungsinitiativen treiben die Entwicklung quantensicherer Verfahren voran, während Banken ihre Sicherheitsstrategien entsprechend anpassen müssen. Die Zeitachse ist dabei entscheidend: Da sensible Finanzdaten über viele Jahre hinweg geschützt werden müssen, reicht es nicht aus, erst auf marktreife Quantencomputer zu reagieren. Wer heute nicht beginnt, seine kryptographische Infrastruktur zu analysieren und zu modernisieren, wird morgen unter erheblichem Zeitdruck stehen – oder möglicherweise mit noch schlimmeren Konsequenzen konfrontiert sein.“

Journalisten aus der Finanzbranche können am Event „Quantensicherheit für Finanz­institute“ (Dinner) am 9. Juni teilnehmen. Bitte Nachricht an office@diplomatic-council.org .

Weitere Informationen: www.diplomatic-council.org/quantumleap

Presseagentur: euromarcom public relations, E-Mail: team@euromarcom.de

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