Verband der Deutschen Holzwerkstoffindustrie e.V. (VHI)
Pressemitteilung: Gebäudemodernisierungsgesetz bleibt hinter den Erwartungen zurück
Gebäudemodernisierungsgesetz bleibt hinter den Erwartungen zurück
Der Verband der Holzwerkstoff- und Innentürenindustrie (VHI) zeigt sich enttäuscht von der Streichung der Kaskadenregelung im Gebäudemodernisierungsgesetz. In Bezug auf die feste Biomasse Holz hatte der Referentenentwurf eine Regelung vorgesehen, nach der Holzsortimente für die Wärmegewinnung nur anerkannt werden, wenn sie eine Prüfreihenfolge mit prioritär stofflicher Verwendung durchlaufen haben. Die Regelung ist im Kabinettsentwurf nicht mehr enthalten.
„Die Streichung der Kaskadenregelung für Holz ist eine vergebene Chance“, kommentiert Anemon Strohmeyer, Geschäftsführerin des VHI. „Die Kaskadenregelung hätte das Bewusstsein für die stoffliche Verwertbarkeit der für die Holzwärme eingesetzten Biomasse geschärft. Denn die Kaskadenregelung hätte nicht das Ende der Verbrennung von Holz für die Gebäudewärme bedeutet, es hätte daher auch nicht zu Verwerfungen in den Stoffströmen oder gar zu einer Beeinträchtigung oder Unwirtschaftlichkeit der nachhaltigen Waldbewirtschaftung geführt. Folge der europarechtlichen Kaskadenzielstellung wäre vielmehr allein (aber immerhin) gewesen, dass sich die Bereitsteller von fester Biomasse Gedanken darüber hätten machen müssen, ob sie neben dem (etablierten) Weg des Holzes in die Verbrennung auch einen Weg in die stoffliche Verwertung anbieten können. Diese Pflicht zur Reflektion hat das Bundeskabinett gestrichen und vergibt damit eine echte Chance und verzichtet auf konstruktive Gestaltungsoptionen.“
Holz ist ein wertvoller, ein nachwachsender, aber leider kein unendlicher Werk- und Brennstoff. Ob der steigenden Bedarfe in der Transformation einerseits und der begrenzten Rohstoffpotentiale andererseits wäre die vorgeschlagene Kaskadenregelung eine Chance gewesen, einen praxistauglichen Vollzug der Kaskade zu diskutieren, die fachlich und wissenschaftlich als das Mittel der Wahl angesehen wird, um das Klimaschutzpotential des Rohstoffs Holz zu heben. Dies schließt die (hocheffiziente und emissionsarme) Holzenergie nicht aus, die Kaskade wäre aber eine Chance gewesen, die stoffliche und fördertechnisch angereizte energetische Verwertung zu hinterfragen und mit Blick auf langlebige Holzverwendungen auszutarieren.
Eine überbordende Bürokratie, wie von Teilen der Wertschöpfungskette befürchtet, hätte mit der Kaskadenregelung nicht verbunden sein müssen. Vielmehr wäre es gerade die Aufgabe und Chance bei der Erstellung einer Vollzugshilfe gewesen, praxistaugliche Regelungen zu entwickeln.
„Es ist ausgesprochen bedauerlich, dass die Streichung der Kaskadenregelung ohne Aussprache und damit ohne die Chance zur Diskussion praxistauglicher Umsetzungen erfolgte. Gegebenenfalls wurden durch die Kaskadenregelung Ängste in der Wertschöpfungskette geschürt, die sich im Diskurs idealerweise als irrational herausgestellt hätten.“, bedauert Anemon Strohmeyer.
Zum Verband der Holzwerkstoff- und Innentürenindustrie e.V. (VHI):
Der VHI vertritt als Branchenverband national und europäisch die fachlichen, wirtschaftlichen und technischen Interessen der Hersteller von Span-, Faser- und OSB-Platten, Naturfaser-Verbundwerkstoffen (WPC) sowie von Sperrholz und Innentüren aus Holz und Holzwerkstoffen. Zum VHI gehören darüber hinaus die Qualitätsgemeinschaft Holzwerkstoffe, die Gütegemeinschaft Innentüren und der Förderverein Holzwerkstoff- und Holzleimforschung.
Die Holzwerkstoffindustrie steht mit ihrer Produktvielfalt für einen verantwortungsvollen, effizienten und nachhaltigen Umgang mit dem Rohstoff Holz. Die Mitgliedsunternehmen verarbeiten einen nachwachsenden Rohstoff: Hauptressource sind Sägenebenprodukte (Sägespäne) und Altholz, so wird der wertvolle Rohstoff Holz materialeffizient genutzt und durch Recycling der Kohlenstoffspeicher verlängert. Als Marktführer in Europa erwirtschaftete die deutsche Holzwerkstoffindustrie im Jahr 2025 einen Umsatz von rund 5 Milliarden Euro.
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