Alle Storys
Folgen
Keine Story von Verband der Deutschen Holzwerkstoffindustrie e.V. (VHI) mehr verpassen.

Verband der Deutschen Holzwerkstoffindustrie e.V. (VHI)

Pressemitteilung: Verbände setzen gemeinsames Zeichen im politischen Berlin - NABU und Holzwerkstoffindustrie fordern klare Priorität für stoffliche Nutzung

Pressemitteilung: Verbände setzen gemeinsames Zeichen im politischen Berlin - NABU und Holzwerkstoffindustrie fordern klare Priorität für stoffliche Nutzung
  • Bild-Infos
  • Download

Ein Dokument

Verbände setzen gemeinsames Zeichen im politischen Berlin

NABU und Holzwerkstoffindustrie fordern klare Priorität für stoffliche Nutzung

Berlin, 23. April – Mit einem deutlichen Signal an die Politik haben der NABU (Naturschutzbund Deutschland) und der Verband der Holzwerkstoff- und Innentürenindustrie (VHI) heute in Berlin ihre Forderung nach einer klaren Priorität in der Holznutzung bekräftigt: Holz darf nicht länger in großem Umfang verbrannt werden, sondern soll vorrangig stofflich genutzt werden.

Um ihren Appell sichtbar zu machen, trafen sich Vertreter des NABU und des VHI am Nachmittag zu einem Fototermin auf der Marschallbrücke. Vor der Kulisse des politischen Berlins präsentierten sie die gemeinsame Appell-Broschüre. Für den NABU nahm Präsident Jörg-Andreas Krüger teil, für den VHI Präsident Dr. Jan Bergmann.

NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger betont die Rolle der Wälder im Klimaschutz: „Wälder sind unverzichtbar für den Klimaschutz und erbringen eine Vielzahl an Ökosystemleistungen, vom Erhalt der Biodiversität über den Wasserhaushalt bis hin zur Kohlenstoffspeicherung. Nachhaltige Waldbewirtschaftung liefert den nachwachsenden, aber nicht unendlich verfügbaren Rohstoff für das Bauen und Leben (Möbel, Verpackungen) mit Holz. Umso wichtiger ist ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Rohstoff Holz. Eine kluge Nutzung von Biomasse kann zum Klimaschutz beitragen, wenn sie naturverträglich erfolgt, Wälder entlastet und Kohlenstoff möglichst lange gebunden bleibt. Gleichzeitig braucht es ausreichend Raum für natürliche Waldentwicklung, damit Wälder ihre Funktionen dauerhaft erfüllen können.“

Auch der Präsident des Verbandes der Holzwerkstoff- und Innentürenindustrie (VHI), Dr. Jan Bergmann, warnt vor einer Fehlentwicklung: „Holz ist zu schade, um es zu verbrennen. Die stoffliche Nutzung von Frisch- und Altholz in Kaskaden im Sinne der Kreislaufwirtschaft bietet volkswirtschaftlich aufgrund der damit verbundenen Wertschöpfung und klimapolitisch durch die langfristige Kohlenstoffbindung den größten Nutzen. Dieses Prinzip wünschen wir uns politisch und gesellschaftlich als Leitbild für die Holzverwendung. Die hocheffiziente energetische Nutzung sollte in der Regel die letzte Option sein.“

Hintergrund ist eine aus Sicht der Verbände alarmierende Entwicklung: In Deutschland wird derzeit rund die Hälfte des anfallenden Holzes direkt verbrannt, obwohl es sich um einen wertvollen und begrenzten Rohstoff handelt. Gleichzeitig droht die Nachfrage nach Holz als Brennstoff weiter zu steigen.

Die zentrale Forderung des gemeinsamen Appells ist klar: eindeutige politische Leitplanken, die sicherstellen, dass der nachhaltige, aber begrenzt verfügbare Rohstoff Holz nicht durch einen unkontrollierten Zubau von Holzenergieanlagen, insbesondere Großkraftwerken, überfordert wird.

Die Verbände verweisen darauf, dass auch das Klimaschutzprogramm der Bundesregierung eine effizientere Nutzung von Biomasse fordert. Jetzt komme es darauf an, diese Vorgaben konkret umzusetzen und Nutzungskonflikte politisch zu lösen, bevor sie sich weiter verschärfen.

Im Zentrum steht dabei das Prinzip der Kaskadennutzung: Holz soll möglichst lange und mehrfach stofflich genutzt werden, bevor es am Ende energetisch verwertet wird. Dieses Prinzip vereint Klimaschutz, Ressourceneffizienz und wirtschaftliche Stabilität.

Zugleich warnen die Verbände vor Fehlsteuerungen: Würde Holz verstärkt in Heizkraftwerken und Wärmenetzen eingesetzt, drohten Engpässe für die stoffliche Holznutzung, mit direkten Folgen für Wertschöpfung und Versorgungssicherheit.

Ihr gemeinsamer Appell richtet sich daher an die Bundesregierung und die Europäische Union: Nur mit klaren politischen Leitplanken lässt sich sicherstellen, dass der Rohstoff Holz effizient genutzt, die Wälder entlastet und die gesteckten Klimaziele erreicht werden.

Zum Verband der Holzwerkstoff- und Innentürenindustrie e.V. (VHI):

Der VHI vertritt als Branchenverband national und europäisch die fachlichen, wirtschaftlichen und technischen Interessen der Hersteller von Span-, Faser- und OSB-Platten, Naturfaser-Verbundwerkstoffen (WPC) sowie von Sperrholz und Innentüren aus Holz und Holzwerkstoffen. Zum VHI gehören darüber hinaus die Qualitätsgemeinschaft Holzwerkstoffe, die Gütegemeinschaft Innentüren und der Förderverein Holzwerkstoff- und Holzleimforschung.

Die Holzwerkstoffindustrie steht mit ihrer Produktvielfalt für einen verantwortungsvollen, effizienten und nachhaltigen Umgang mit dem Rohstoff Holz. Die Mitgliedsunternehmen verarbeiten einen nachwachsenden Rohstoff: Hauptressource sind Sägenebenprodukte (Sägespäne) und Altholz, so wird der wertvolle Rohstoff Holz materialeffizient genutzt und durch Recycling der Kohlenstoffspeicher verlängert. Als Marktführer in Europa erwirtschaftete die deutsche Holzwerkstoffindustrie im Jahr 2025 einen Umsatz von rund 5 Milliarden Euro.

Verband der Holzwerkstoff- und Innentürenindustrie e.V. (VHI)
Schumannstr. 9 | 10117 Berlin
Telefon: (030) 28 09 12 50
Telefax: (030) 28 09 12 56
E-Mail:  info@vhi.de

Vereinsregister: Amtsgericht Charlottenburg VR36496B

Weitere Storys: Verband der Deutschen Holzwerkstoffindustrie e.V. (VHI)
Weitere Storys: Verband der Deutschen Holzwerkstoffindustrie e.V. (VHI)