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Die Akte Limburg: WDR-Rechercheure decken weitere Details der Finanzierung des Bischhofshauses auf

Köln (ots) - Der Bau des Limburger Bischofshauses wurde nach WDR-Recherchen auch mit Erlösen aus dem Verkauf von Anteilen an einem Immobilien-Unternehmen, der Gemeinnützigen Siedlungswerk GSW, und mit einem Kredit finanziert. Zudem haben der Bischof und sein Generalvikar offenbar auch die Gelder einer gemeinnützigen Stiftung zweckentfremdet. Das berichteten die WDR-Autoren Naima El Moussaoui und Wolfgang Meyer in dem Radiofeature "Die Akte Limburg - Wie ein Bischof Kirchengeschichte schreibt" am 19. Februar in WDR 5. Der Beitrag ist bei WDR 5.de unter folgendem Link nachzuhören: http://goo.gl/PDPQxa

Das Projekt ist aus insgesamt vier Quellen finanziert worden: 6,8 Millionen Euro stammten aus dem Verkauf von Anteilen des Bischöflichen Stuhls an einem Immobilien-Unternehmen, der Gemeinnützigen Siedlungswerk GSW in Frankfurt. Der Käufer: Das Bistum selbst, wobei der Kaufpreis nach internen Angaben lediglich dem Buchwert der Anteile entsprach, nicht aber dem deutlich höheren Verkehrswert. Dies könnte rechtliche Relevanz haben, weil der Anfangsverdacht der Untreue besteht. Ein Geschäft wie dieses hätte der Vermögensverwaltungsrat laut Statut absegnen müssen. Darüber hinaus nahm der Bischof einen Kredit in Höhe von mindestens 13 Millionen Euro in Anspruch. Die Commerzbank zu Limburg gewährte ihn offenbar, da es nicht an Sicherheiten mangelte. Ein solche Kreditaufnahme ist innerkirchlich allerdings unüblich. Die Mitglieder des Vermögensverwaltungsrats sollen den Kredit ohne Informationen "abgenickt" haben, so das Ergebnis der Recherche.

Für besonderen Unmut in Limburg habe das Anzapfen einer weiteren Quelle gesorgt. So sollen Bischof und Generalvikar Geld aus einer gemeinnützigen Stiftung, dem St. Georgswerk, zweckentfremdet haben. Bis zu 10 Millionen Euro sollen aus dieser Stiftung stammen, die dem Zweck dient, armen katholischen Familien Wohnungen zu verschaffen. Die Stiftung gehörte zum bischöflichen Stuhl, insofern hatte Bischof Tebartz van Elst Zugriff. Die zweckwidrige Verwendung könne jedoch auch ein Verstoß gegen das deutsche Stiftungsrecht sein, so die Autoren in ihrem Beitrag.

Die Herkunft der weiteren Millionen für den Bau des mindestens 31 Millionen Euro teuren Bischofshauses ist dagegen bereits bekannt: 5,8 Millionen Euro zahlte das Bistum Limburg aus Kirchensteuermitteln. Damit hatte der Vermögensverwaltungsrat nichts zu tun.

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Uwe-Jens Lindner
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