MDR-Reportage „exactly“ zum Thema: „AfD-Rekord: Sachsen-Anhalt zwischen Hoffnung und Sorge“
Leipzig (ots)
Sachsen-Anhalt wird zum Brennglas für die politischen Entwicklungen in Deutschland. Unternehmer, Landwirte und Demokratie-Aktivisten aus der Altmark erzählen von einem Bundesland im Umbruch. Der Film begleitet Menschen vor, während und nach der Landtagswahl im Norden Sachsen-Anhalts: eine Familie, deren Investitionspläne in ihre Tankstelle von Bürokratie ausgebremst werden, ein junger Landwirt zwischen Naturschutz und wirtschaftlichem Überlebenskampf sowie Akteure aus Demokratie- und Kulturprojekten, die um die Zukunft ihrer Arbeit bangen. Zu sehen ist die Reportage ab sofort bei MDR Investigativ sowie am Mittwoch, 16. September, um 20.15 Uhr im MDR-Fernsehen.
Die Altmark im Norden Sachsen-Anhalts gilt als strukturschwache Region. Viele junge Menschen verlassen ihre Heimat, Innenstädte verlieren Geschäfte, Unternehmen kämpfen mit Bürokratie und anderen Investitionshemmnissen.
Gleichzeitig wächst die Unterstützung für die AfD. Für viele Wählerinnen und Wähler ist sie Ausdruck des Wunsches nach Veränderung. Andere sehen darin eine Gefahr für gesellschaftlichen Zusammenhalt und demokratische Strukturen. Die MDR-Reihe „exactly“ zeigt beide Perspektiven und macht sichtbar, welche Erfahrungen, Hoffnungen und Sorgen hinter den politischen Einstellungen stehen.
Familiengeführter Tankstellenbetrieb in Arendsee mit Expansionsplänen
Im Mittelpunkt stehen Marie-Josephine und Alfred Landsberg aus Arendsee. Vater und Tochter betreiben gemeinsam eine Tankstelle und kämpfen seit Jahren um die Genehmigung eines geplanten Autohofs mit Entertainment-Center.
Lange Genehmigungsverfahren, Umweltauflagen und steigende Kosten haben bei der Familie Frust ausgelöst. Gleichzeitig sehen sie im politischen Wandel die Chance auf bessere Rahmenbedingungen für mittelständische Unternehmen und ländliche Regionen.
Für die 24-jährige Marie-Josephine Landsberg ist die Tankstelle zugleich Heimat und Zukunftsperspektive. Ohne den Familienbetrieb, sagt die Unternehmerin, wäre auch sie vermutlich längst weggezogen.
Junglandwirt zwischen Naturschutz und Existenzsorgen
Rund 60 Kilometer entfernt bewirtschaftet Jacques Köpke gemeinsam mit seiner Familie 1750 Hektar Land.
Der junge Landwirt kämpft mit steigenden Kosten, wachsender Bürokratie und erheblichen Ernteausfällen durch Wildvögel. Allein der Vogelfraß verursacht Verluste in sechsstelliger Höhe.
Während Naturschutzprojekte neue Lebensräume für Tiere schaffen, fühlen sich viele Landwirte mit den Folgen allein gelassen. Köpkes Geschichte steht stellvertretend für die Herausforderungen vieler Familienbetriebe im ländlichen Raum.
Demokratiearbeit trifft auf politische Gegenbewegung
Einen völlig anderen Blick auf die Entwicklung des Landes bietet Anne Buch aus Salzwedel: Mit Kultur-, Jugend- und Demokratieprojekten engagiert sie sich für Offenheit, Begegnung und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Der Erfolg der AfD löst bei ihr große Sorge aus, insbesondere mit Blick auf die Zukunft öffentlich geförderter Demokratieprogramme. Ihre Geschichte zeigt, wie unterschiedlich Menschen dieselbe politische Entwicklung bewerten und welche Konfliktlinien derzeit durch viele Regionen Ostdeutschlands verlaufen.
Stimmen aus einer Region im Wandel
Die Autoren Christin Simon und Benjamin Arnold zeigen ein authentisches Stimmungsbild über das Leben in Sachsen-Anhalt zwischen wirtschaftlichen Herausforderungen, dem Wunsch nach politischer Veränderung, Heimatverbundenheit und Zukunftsfragen.
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