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ZDF-Magazin "WISO": Elternzeit-Regelung bringt Job in Gefahr
Väter können durch Gesetzeslücke fallen

Mainz (ots) - Eine Lücke im Bundeserziehungsgeldgesetz bringt die Arbeitsplätze von Vätern in Gefahr, berichtet das ZDF-Wirtschaftsmagazin "WISO" in der Sendung am Montag, 27. März 2006, 19.25 Uhr. Die Zahl der Kündigungen von Männern, die ihren Arbeitgeber vor der gesetzlichen Frist über die Elternzeit informieren, nimmt zu. "Die Kündigungsanträge haben sich bei Elternzeitnehmern in den vergangenen sechs Jahren verdoppelt", sagt Robert Rath von der Berliner Arbeitsschutzbehörde im ZDF-Wirtschaftsmagazin "WISO".

Väter müssen ihren Arbeitgeber acht Wochen vor Antritt der Elternzeit informieren. Der gesetzliche Kündigungsschutz während der Elternzeit beginnt auf den Tag genau mit der Acht-Wochen-Frist. Beantragt ein Vater die Elternzeit vor dieser Frist, genießt er bis zum Beginn der Frist keinen Kündigungsschutz. Arbeitgeber können solche Zwischenzeiten nutzen, um Vätern zu kündigen, wie ein Fall in "WISO" zeigt. Ein Familienvater hatte seinen Arbeitgeber bereits zwölf Wochen vor Antritt der Elternzeit informiert. Der Arbeitgeber kündigte dem Mann. "Der Vater genießt nicht den gleichen Kündigungsschutz wie die schwangere Mutter. Das ist eine Diskriminierung. Das Gesetz ist handwerklich sehr schlecht gemacht", sagt Arbeitsrechtler Bernhard Steinkühler.

Die Fristenregelung steht im Widerspruch zur Familienpolitik der Bundesregierung, die Väter zur Kinderbetreuung ermutigen will. "Wir werden die Regelung im Rahmen des Elterngeldgesetzes ändern und dann den Kündigungsschutz entsprechend verlängern, damit die Gefahr der Kündigung nicht mehr besteht", verspricht das Bundesfamilienministerium gegenüber "WISO".

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