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Ehe "light": "plan b" im ZDF über "einfaches Heiraten"

Georgia und Clément am Tag ihrer "Verpacsung" in Paris. Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/7840 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/ZDF/Oliver Biebl"

Mainz (ots) - Heiraten kann in Deutschland kompliziert sein - und bei einer Scheidung wird es oft teuer. Doch muss das so sein? "plan b" im ZDF nimmt am Samstag, 11. November 2017, 17.35 Uhr, die "Ehe 'light'" in den Blick - "die etwas andere Art zu heiraten".

In Frankreich ist das "einfache Heiraten" bereits möglich. Der "plan b"-Film von Utta Seidenspinner und Christian Bock berichtet über Georgia und Clément, die sich für die "Ehe 'light'" entschieden haben - sie wollten ihre Liebe "offiziell machen", aber nicht heiraten. Das Wichtigste ist in einem Vertrag geregelt, der jederzeit einseitig gekündigt werden kann. Fast jeder zweite Franzose, der sich formal bindet, wählt inzwischen den Vertragsweg, den so genannten "Pacs" (Pacte civil de solidarité). Georgia, gebürtige Neuseeländerin, erhält dadurch ein Aufenthaltsrecht in Frankreich. Das Paar hat aber auch noch andere Vorteile, zum Beispiel bei der Steuer. Gegenüber dem Staat oder auch in Krankenhäusern sind die beiden nun als Paar anerkannt. Im Unterschied zur bürgerlichen Ehe kann der "Pacs" aber unbürokratisch aufgelöst werden, ohne schwerfälliges Scheidungsrecht samt Anwaltszwang. Das Erstaunliche: Es trennen sich weitaus weniger "Pacs"-Paare als konventionell Verheiratete.

Deutschlands Eherecht birgt viele rechtliche Fußangeln. Das merken viele erst, wenn sie sich trennen wollen - und das sind nicht wenige: Laut statistischen Angaben werden zirka 40 Prozent aller Ehen geschieden. Allerdings steht der Schutz der Ehe im Grundgesetz und eine Alternative zur Ehe dementsprechend nicht auf der Agenda. Dabei könnte es sein, dass der europäische Gerichtshof für Menschenrechte bald über die Zukunft der Ehe entscheidet. Am Straßburger Gericht liegt eine Klage von Helga Ratzenböck und Martin Seydl aus Österreich. Beide ziehen eine eingetragene Partnerschaft, ähnlich dem "Pacs" in Frankreich, der Heirat vor. In der Alpenrepublik dürfen das aber nur Homosexuelle. "Das ist uns gegenüber diskriminierend", meinen Ratzenböck und Seydl. Beide erhoffen sich vom Richterspruch ein europaweites "Zwei-Modelle-System" - und vielleicht eine "Ehe 'light'" für alle.

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