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Verein "alt - arm - allein" erhält Hans-Rosenthal-Ehrenpreis 2011

Mainz (ots) - Der Kaiserslauterer Verein "alt - arm - allein" erhält in diesem Jahr den mit 10 000 Euro dotierten Hans-Rosenthal-Ehrenpreis für sein großes soziales und humanitäres Engagement. Die Auszeichnung wird am Samstag, 12. März 2011, im Rahmen einer festlichen Veranstaltung in Landau in der Pfalz verliehen. Die Laudatio hält der Chefredakteur der Tageszeitung "DIE RHEINPFALZ", Michael Garthe. Entgegengenommen wird der Preis vom Vorsitzenden von "alt - arm - allein", Norbert Thines, dem früheren Präsidenten des 1. FC Kaiserslautern.

Mit einstimmigem Votum entschied sich die Jury unter Vorsitz von ZDF-Intendant Markus Schächter in diesem Jahr für "alt - arm - allein". Der Verein ist nach Karlheinz Böhm (2003), Ingeborg Schäuble (2004), Christina Rau (2005), "Ein Herz für Kinder" (2006), Veronica Ferres (2007), "Schüler helfen Leben" (2008), Peter Maffay (2009) und Franz Beckenbauer (2010) der neunte Träger des Hans-Rosenthal-Ehrenpreises, der seit 2003 jährlich von der Hans-Rosenthal-Stiftung und dem Verein "Aktion Hilfe in Not" an Personen oder Institutionen vergeben wird, die sich in herausragender Weise und uneigennützig für Not leidende Menschen einsetzen.

Die Kaiserslauterer Altenhilfe "alt - arm - allein" unterstützt ältere, bedürftige und allein stehende Menschen in der Stadt und im Landkreis Kaiserslautern. Sie tut dies unbürokratisch, schnell - und vor allem ehrenamtlich. Ihr Ziel ist es, Menschen in Not ein Älterwerden in Würde zu ermöglichen. Sie ist ein Beispiel dafür, wie man Hilfsbereitschaft in einer Region schafft und diese Hilfe verstetigt. Sie lebt nicht vom Einsatz eines einzelnen Prominenten, sondern vom Engagement unzähliger Bürger.

Die Altenhilfe gibt es seit 14 Jahren. Seit ihrer Gründung hat sie schätzungsweise 2,5 Millionen Euro an Spenden aufgebracht. Aktuell werden rund 600 bedürftige Menschen in der Region betreut. Aus einer kleinen Initiative ist ein großer Verein entstanden, der trotzdem nie bürokratisch agiert. Es geht um Nachbarschaftshilfe im besten Sinne des Wortes, ganz auf die Bedürfnisse der einzelnen älteren Menschen zugeschnitten. So kann ein älterer Mann Hilfe beim Umzug bekommen, eine Frau ein monatliches Lebensmittelpaket oder ein allein stehender älterer Herr einen Zuschuss für Heizöl.

Die Hilfeleistungen sind nicht nur finanzieller Art, sie reichen bis zur Einschaltung eines Schuldner- oder eines Energieberaters. Zudem hat sich ein Besucherkreis aus rund 60 Ehrenamtlichen entwickelt, der ältere Menschen im wahrsten Wortsinne begleitet. Eine Zeitschrift unter dem Titel "Wir" stellt Verbindungen auch unter den Senioren her. Höhepunkt des Jahres ist die jährliche Heiligabendfeier für Menschen, die ansonsten diesen Tag alleine verbringen müssten.

Getragen wird die Altenhilfe von der evangelischen Apostelkirche und der katholischen Marienkirche in Kaiserslautern. Eine Geschäftsstelle ist Anlaufstelle für Menschen, die Hilfe brauchen. Sie arbeitet einem neuenköpfigen Vorstand zu, der die Hilfeleistungen im Einzelnen prüft. Der Verein "alt - arm - allein" wird geführt von Norbert Thines, dem früheren Präsidenten des 1. FC Kaiserslautern und unermüdlichen Motor der Hilfsinitiative, und seinem Stellvertreter Peter Jochen Degen, früherer Moderator des Südwestrundfunks. Der Verein hat auch eine Stiftung gegründet, in die vor allem Geld aus Geburtstagsfeiern, Erbschaften oder Beerdigungen fließen. Die Finanzierung der Altenhilfe geschieht im Wesentlichen über eine jährliche Spendensammlung. Jeder einzelne Geldgeber findet sich in einer täglichen Spendenliste der Tageszeitung "DIE RHEINPFALZ" wieder. Eine Viertelmillion Euro kommt so alljährlich zusammen.

"Alt - arm - allein" ist eine Initiative, die zu den Zielen von Hans Rosenthal passt. Sie hilft Menschen, die es nötig haben, bricht Isolation auf und fördert die Mitmenschlichkeit in der Region.

Der Hans-Rosenthal-Ehrenpreis wird in Würdigung der Persönlichkeit des 1987 verstorbenen Fernsehmoderators und Quizmasters ("Dalli-Dalli") sowie zur Erinnerung an sein Werk verliehen. Hans Rosenthal war es schon aufgrund seiner eigenen Geschichte wichtig, dass selbstlose und mutige Personen Anerkennung finden. Er selbst verdankte sein Überleben während des Holocausts zwei fremden Frauen, die unter Lebensgefahr mit ihm ihre Lebensmittel teilten und ihn so am Leben erhielten. Später war es Hans Rosenthal selbst ein Anliegen, Not leidenden Menschen zu helfen, unter anderem mit der Aktion "Dalli-Dalli-hilft", in deren Nachfolge die Hans-Rosenthal-Stiftung gegründet wurde.

Sichtbares Zeichen der Auszeichnung mit dem Ehrenpreis ist eine Plastik des international renommierten Künstlers Prof. Gernot Rumpf aus Neustadt an der Weinstraße: ein Pelikan als Symboltier der Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe.

Mitglieder der 17-köpfigen Jury sind: die TV-Journalistin Sabine Christiansen, der Deutsche Bank-Chef Dr. Josef Ackermann, der Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz Kurt Beck, die Olympiasiegerin Katarina Witt, die Designerin Jette Joop, der Stiftungsvorsitzende Gert Rosenthal, die Schauspielerin Ann-Kathrin Kramer, BILD-Chefredakteur Kai Diekmann, Focus-Herausgeber Helmut Markwort, ZDF-Intendant Prof. Markus Schächter, SWR-Intendant Peter Boudgoust, BASF-Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Eggert Voscherau, die Schauspielerin und Moderatorin Désirée Nosbusch, RHEINPFALZ-Chefredakteur Michael Garthe, BUNTE-Chefredakteurin Patricia Riekel, Europa-Park-Chef Roland Mack sowie der Initiator des Hans-Rosenthal-Ehrenpreises und Sprecher der Jury, Patrick Weiß.

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