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Mainz (ots) - Dienstag, 13. Juli 2010, 21.00 Uhr

Die Frontal 21-Dokumentation

Der große Bluff Die falschen Versprechen der Atompolitik

Atomkraft - Ja, bitte! Die Bundesregierung will die Laufzeiten von Atomkraftwerken verlängern, den Ausstieg aus der Kernenergie rückgängig machen. Nur so könne man eine günstige Stromversorgung garantieren und die Klimaschutzziele erreichen.

Die "Frontal 21"-Dokumentation "Der große Bluff" ist eine Reise durch die atomare Republik, zu Orten, an denen sich die ungelösten Fragen der Risikotechnik Kernenergie widerspiegeln. Sind alte Reaktoren wirklich sicher? Ist Gorleben ein geeignetes Endlager? Ist die Energiewende mit Atomkraft zu meistern und werden die Strompreise durch längere Laufzeiten wirklich sinken?

Der Film präsentiert die Argumente der Energiewirtschaft, die auf milliardenschwere Gewinne hoffen. Die Autoren fragen nach bei den Konzernen, deren Spitzen den Verbrauchern günstige Strompreise versprechen. Felix Matthes vom Öko-Institut hält im Interview dagegen: Die Hoffung auf sinkende Strompreise werde trotz längerer Laufzeiten ein frommer Wunsch der Politik bleiben. Zweifelhaft sei auch, ob der Steuerzahler von den Konzerngewinnen profitiere.

Die Autoren sprechen mit dem ehemaligen Betriebsleiter eines Atomkraftwerks über die mangelnde Sicherheitskultur. Er berichtet von gefährlichem Leichtsinn, der sich in deutschen Meilern breit gemacht habe und kommentiert die Pannen in Vattenfalls Problemreaktor Krümmel. Alte Reaktoren wie Krümmel stehen bei Experten besonders in der Kritik. Ingenieure berichten von Konstruktionsfehlern, die mit zunehmendem Alter der Anlagen ein Risiko darstellen. Außerdem diskutiert der Film die Gefahr von Terroranschlägen. Öffentlich mag darüber kaum jemand reden, doch geheime Unterlagen belegen: Die Verantwortlichen sind alarmiert.

Und schließlich das Thema Entsorgung: Auch nach Jahrzehnten weiß keiner, wohin mit dem strahlenden Müll. Umweltminister Norbert Röttgen rechtfertigt im Film, warum er die Endlagererkundung in Gorleben vorantreiben will, obwohl die Eignung des Salzstocks hoch umstritten ist. Die "Frontal 21"-Dokumentation präsentiert historische Akten und Zeitzeugen. Sie belegen, dass die Standortauswahl in den 70er Jahren allein politischen Motiven folgte. Exklusiv bestätigt der damals zuständige Geologe, der 83-jährige Prof. Gerd Lüttig: "Ich habe Gorleben nie als geeignet vorgeschlagen."

Aber selbst aus der Energiebranche kommt Kritik an der Atompolitik der Regierung. Stadtwerke protestieren, sie hatten auf den Energiewendekurs der Kanzlerin gesetzt. Ein Hersteller von Anlagen für erneuerbare Energie bangt um seinen Unternehmenserfolg. Banken würden Kredite verweigern, weil die Atomkraft die Märkte blockiert. Der Mittelständler spricht für einen ganzen Wirtschaftszweig. Denn schon heute werden Windgeneratoren abgestellt, weil Atomstrom die Netze verstopft. "Die Atomkraft steht der dringend benötigten Energiewende im Weg." Zu diesem Urteil kommt Prof. Olav Hohmeyer, der die Bundesregierung als Sachverständiger für Umwelt- und Energiefragen berät.

2010 ist das Jahr des "Atomfinales". Im "Kampf um die richtige Energie" setzt die Bundesregierung auf Atomkraft und will noch vor der Sommerpause über die Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke entscheiden. Die Dokumentation von Steffen Judzikowski und Christian Rohde zeigt Stationen der Debatte, beantwortet Fragen zu den zentralen gesellschaftlichen Konflikten und präsentiert dazu Argumente und Belege.

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