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Originalaufnahmen eines Kameramannes bezeugen gnadenlose Jagd der DDR-Staatsicherheit auf Tunnelgräber in der ZDF-Dokumentation "Flucht in die Freiheit"

    Mainz (ots) - "Ein paar Zentimeter höher, dann wäre die Hauptschlagader getroffen, und dann wäre ich nicht mehr da." Dieter Hötger berichtet in der ersten Folge der zweiteiligen Dokumentation "Flucht in die Freiheit" am Dienstag, 22. September 2009, 20.15 Uhr im ZDF über seinen Fluchtversuch aus der DDR, der zum Blutbad geriet. Aus Liebe grub der damals 22-Jährige mit seinem Freund Siegfried Noffke einen Stollen von West nach Ost. Die beiden Männer wollten ihre Familien in den Westen holen, von denen die Mauer sie getrennt hatte. 35 Meter waren es von der Sebastianstraße in Berlin-Kreuzberg in den Osten. Als sie nach wochenlanger Schwerstarbeit am 28. Juni 1962 den Kellerboden eines Ostberliner Wohnhauses erreichten, glaubten sie sich am Ziel. Doch sie wurden von DDR-Grenzsoldaten erwartet, von denen einer sofort das Feuer eröffnete. Von mehreren Gewehrsalven getroffen, erlag Siegfried Noffke seinen Verletzungen.

    Dieter Hötger, der zum ersten Mal über seine Flucht spricht, wurde ebenfalls schwer verletzt und verschwand für Jahre im berüchtigten Stasi-Gefängnis Bautzen II. Der Tunnel war von einem Stasi-Spitzel, der sich als Fluchtwilliger ausgegeben hatte, verraten worden. Schon seit Wochen hatte die Staatssicherheit der DDR die Tunnelgräber Hötger und Noffke beobachtet und vom Osten aus gefilmt. Tunnelgräber galten in der DDR als Staatsfeinde, auf sie wurde Jagd gemacht. In einer erst kürzlich entdeckten "Tunnelkartei" des Ost-Berliner Ministeriums für Staatssicherheit sind über 200 Versuche dokumentiert, die Mauer zu unterlaufen - nur 19 waren erfolgreich.

    Zwanzig Jahre nach dem Fall der Mauer widmet das ZDF einigen besonders bewegenden Flüchtlingsschicksalen seine zweiteilige Dokumentation "Flucht in die Freiheit". Der erste Teil am 22. September heißt "Mit dem Mut der Verzweiflung", der zweite am 29. September "Mit allen Mitteln".

    Fotos sind erhältlich über den ZDF-Bilderdienst, Telefon 06131-706100, und über http://bilderdienst.zdf.de/presse/fluchtindiefreiheit

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