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Pressemeldung: Computerspielsucht als Krankheit anerkannt - das wird Betroffenen helfen

Süchtig nach Computerspielen: Betroffene können jetzt leichter frühzeitig Hilfe bekommen (Photo by Glenn Carstens-Peters on Unsplash)
Süchtig nach Computerspielen: Betroffene können jetzt leichter frühzeitig Hilfe bekommen (Photo by Glenn Carstens-Peters on Unsplash)

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Selbsttest: Bin ich computersüchtig?

Computerspielsucht von der WHO als Erkrankung anerkannt "Die Entscheidung der WHO wird Menschen mit Computersucht helfen"

Am 18. Juni veröffentlicht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den neuen Klassifikationskatalog psychischer Krankheiten, ICD-11. Darin erkennt sie erstmals die Computerspielsucht offiziell als Krankheitsbild an. "Wir begrüßen diese Entscheidung", sagt Dr. Tim Aalderink, Leitender Psychologe der Schön Klinik Bad Bramstedt. "Sie wird Betroffenen helfen können, sich jetzt früher in Behandlung zu begeben und dazu beitragen, dieses Krankheitsbild von seinem Stigma zu befreien."

Die wesentliche Änderung, die sich für Patienten durch die Entscheidung der WHO ergibt: Sie werden die Möglichkeit haben, schon sehr viel früher als bisher eine Psychotherapie beginnen zu können. Denn durch die Anerkennung der Computerspielsucht (auch "Gaming Disorder" oder "Pathologischer Computergebrauch" genannt) als Krankheit kann sie künftig als Hauptdiagnose gestellt werden. Somit können die Behandlungskosten von gesetzlichen Krankenversicherungen übernommen werden, die sich in ihrer Beurteilung an einer der gängigen Klassifikationssysteme orientieren (ICD-11 der WHO oder DSM-5 der Amerikanischen Psychiatrischen Gesellschaft, APA).

"Bislang konnten Therapeuten den pathologischen Computergebrauch nur als Begleiterkrankung diagnostizieren. Der Betroffene musste also zusätzlich noch an mindestens einer anderen psychischen Störung erkrankt sein, ehe eine Therapie ohne größere Schwierigkeiten anerkannt wurde", erklärt Dr. Aalderink. Vor sieben Jahren entwickelte und etablierte er an der Schön Klinik Bad Bramstedt bei Hamburg den in Deutschland damals ersten akut-stationären Behandlungsschwerpunkt für Patienten mit Computersucht.

"Für uns als Spezialklinik ändert sich durch die WHO-Entscheidung nichts", so Dr. Aalderink. "Die Patienten mit Computersucht, die zu uns in die stationäre Therapie kommen, weisen in der Regel ohnehin bereits sehr komplexe Krankheitsbilder mit einem langen Verlauf auf. Begleiterkrankungen wie Depressionen oder soziale Angststörungen sind eher schon die Regel. Wenn diese Patienten jetzt früher in die ambulante Versorgung finden, können schwere Krankheitsverläufe im besten Fall schon vorher aufgefangen werden."

Die Klassifikation ICD-11 definiert tausende Krankheitsbilder. Für jede klassifizierte Erkrankung gelten klare Kriterien, um eine Diagnose stellen zu können. Der Experte sieht daher kein Risiko zu voreiligen Diagnosen bei noch nicht auffälligem Nutzungsverhalten von Smartphone, PC und Co: "Der pathologische Computergebrauch ist ja gerade keine harmlose Daddelei, während der man einmal kurz seine Umgebung und die Pizza im Ofen vergisst. Es handelt sich um eine ernstzunehmende psychische Erkrankung, die Betroffene und ihr soziales Umfeld stark belasten." Im ICD-11 finden sich bei der Computerspielsucht drei Diagnosekriterien: der Kontrollverlust hinsichtlich Dauer und Häufigkeit des Spielens, die Aufgabe anderer Interessen oder Aktivitäten sowie die Tatsache, dass der Betroffene sein Verhalten trotz negativer Konsequenzen fortführt oder sogar steigert. Diese Verhaltensauffälligkeiten müssen über einen längeren Zeitraum auftreten und stehen im Kontext mit sozialem Rückzug.

Weitere Informationen:

- Selbsttest zur Computernutzung: www.schoen-kliniken.de/test-computersucht

- Definition "Gaming Disorder" im ICD-11: https://icd.who.int/dev11/l-m/en#/http%3a%2f%2fid.who.int%2ficd%2fentity%2f1448597234

Über die Schön Klinik Bad Bramstedt

Die psychosomatische Klinik im Norden von Hamburg ist mit rund 480 Betten und 3.600 Patienten im Jahr die größte psychosomatische Fachklinik Deutschlands für die Akut- und Rehabehandlung. Die Größe ermöglicht einen hohen und in der Psychosomatik bislang einzigartigen Spezialisierungsgrad im Therapieangebot: Die Stationen sind nach Schwerpunkten organisiert und werden von multiprofessionellen Teams betreut. Das Therapiekonzept ist integrativ-verhaltenstherapeutisch ausgerichtet. Zu den Behandlungsschwerpunkten zählen Angststörungen, Zwangserkrankungen, Essstörungen, Burnout, Depressionen, Persönlichkeitsstörungen sowie somatoforme und Schmerzstörungen.

www.schoen-kliniken.de/bbr

Über die SCHÖN KLINIK

Die größte familiengeführte Klinikgruppe Deutschlands behandelt alle Patienten, ob gesetzlich oder privat versichert. Seit der Gründung durch die Familie Schön im Jahr 1985 setzt das Unternehmen auf Qualität und Exzellenz durch Spezialisierung. Seine medizinischen Schwerpunkte sind Psychosomatik, Orthopädie, Neurologie, Chirurgie und Innere Medizin. An derzeit 23 Standorten in Bayern, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein sowie Großbritannien behandeln 10.000 Mitarbeiter jährlich rund 300.000 Patienten. Seit vielen Jahren misst die Schön Klinik Behandlungsergebnisse und leitet daraus regelmäßig relevante Verbesserungen für ihre Patienten ab.

Viele Grüße

Astrid Reining 

Referentin Unternehmenkommunikation & PR
Schön Klinik Management SE
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