Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)
++ Prominente Paten heben Naturschutzgroßprojekt „Grünes Band Dreiländereck Bayern-Sachsen-Thüringen“ aus der Taufe I SPERRFRIST 12 Uhr ++
Pressemitteilung
6. Juli 2026 | 107 I Bitte Sperrfrist 12 Uhr beachten
BUND-Pressestelle
Tel.: 030 - 27586 - 109
Prominente Paten heben Naturschutzgroßprojekt „Grünes Band Dreiländereck Bayern-Sachsen-Thüringen“ aus der Taufe
- Offizieller Startschuss für das dreijährige Naturschutzprojekt
- Grünes Band ist einzigartige Erinnerungslandschaft und lebendiges Symbol für Frieden, Freiheit und Demokratie
- Grünes Band steht auf deutscher Vorschlagsliste für eine UNESCO Welterbestätte
Bei der Auftaktveranstaltung an historischer Stätte, im Deutsch-Deutschen Museum in Mödlareuth, gaben die Parlamentarische Staatssekretärin des Bundes-Umweltministeriums, Bettina Hagedorn, der bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder, der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber, Umweltstaatssekretärin Karin Arndt (Thüringen) sowie Umweltstaatssekretär Ulrich Menke (Sachsen) den offiziellen Startschuss für das dreijährige Naturschutzprojekt, welches drei Bundesländer und drei Landkreise verbindet.
Nürnberg/Mödlareuth. Bereits am 1. November 2025 startete nach mehrjähriger Vorbereitung Projekt I (Planung) des gemeinsam vom Bundesamt für Naturschutz (BfN), mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) und den Ländern Bayern, Sachsen und Thüringen im Rahmen des Programmes „chance.natur – Bundesförderung Naturschutz“ geförderte Naturschutzgroßprojekts Grünes Band Dreiländereck Bayern - Sachsen - Thüringen.
Für die Planungsphase wird rund eine Million Euro investiert. 75 Prozent davon kommen vom Bund, weitere 15 Prozent tragen Bayern, Sachsen und Thüringen entsprechend ihres Flächenanteils. Zehn Prozent übernimmt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND), dessen bayerischer Landesverband mit dem Nationalen BUND Kompetenzzentrum Grünes Band Projektträger ist.
Im Projektgebiet zwischen dem Thüringer Schiefergebirge, dem östlichen Frankenwald und dem sächsischen und bayerischen Vogtland finden sich strukturreiche Fließgewässer wie Südliche Regnitz, Saale, Tannbach und Muschwitz, die im Schatten der ehemaligen innerdeutschen Grenze wertvollen Rückzugsraum für seltene Arten wie den Feuersalamander und die Flussperlmuschel bieten. Artenreiche und schützenswerte Berg- und Feuchtwiesen, Heideflächen, naturnahe Buchen- und Hangschuttwälder und Moore beherbergen eine außergewöhnlich mannigfaltige Flora und Fauna und kommen dort noch vergleichsweise großflächig vor.
Martin Geilhufe, Vorsitzender BUND Bayern: „Seit 1989 setzt sich der BUND für das Grüne Band als nationalen Lebensraumverbund und lebendige Gedächtnislandschaft ein. Natur und Geschichte gehören am Grünen Band zusammen, es ist eine einzigartige Erinnerungslandschaft und lebendiges Symbol für Frieden, Freiheit und Demokratie! Daher freut es mich sehr, dass wir hier im Deutsch-Deutschen Museum im Mödlareuth den Auftakt für dieses wichtige Projekt geben. Es unterstreicht den Naturwert dieser Grüne-Band-Region, verbindet drei Landkreise und Bundesländer und grenzt an seinem östlichen Randbereich sogar an die tschechische Republik und damit an das Grüne Band Europa. In seiner Verbindung von Natur- und Kulturwerten ist das Grüne Band weltweit einzigartig. Daher mein Appell an sie alle: Unterstützen Sie das Naturschutzgroßprojekt und damit auch das Grüne Band auf seinem Weg zum UNESCO-Welterbe!“
Parlamentarische Staatssekretärin Bettina Hagedorn: „Dieses Projekt steht beispielhaft für die enge Zusammenarbeit und das gemeinsame Engagement der drei Freistaaten Bayern, Sachsen und Thüringen, dem Bund und dem BUND für das Grüne Band. Hier entstehen zusammenhängende Lebensräume, in denen nicht nur Tiere und Pflanzen geschützt werden, sondern auch eine einzigartige Landschaft und die Erinnerung an die Teilung und friedliche Wiedervereinigung Deutschlands bewahrt bleibt. Das dient der Erinnerungskultur, schafft Erholungsräume und leistet gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zum länderübergreifenden Biotopverbund als Teil der natürlichen Infrastruktur. Die Einbindung von Bevölkerung, Verwaltungen und Betrieben in die Planung verbindet Naturschutz mit regionaler Identität und deutsch-deutscher Geschichte.“
Thüringer Umweltminister Tilo Kummer (vor Ort vertreten durch Staatssekretärin Karin Arndt): „Dass ausgerechnet der ehemalige innerdeutsche Grenzstreifen heute zu den wertvollsten Naturräumen Deutschlands gehört, zeigt eindrucksvoll, wie eng Natur und Geschichte miteinander verbunden sind. Das Grüne Band zu bewahren, ist eine gemeinsame Naturschutzaufgabe von Bund, Ländern, Kommunen und anerkannten Naturschutzvereinigungen. Ich freue mich deshalb sehr, dass wir nun gemeinsam mit unseren Nachbarländern Bayern und Sachsen sowie dem BUND als Projektträger den nächsten Schritt gehen, um die Lebensräume über Ländergrenzen hinweg noch besser miteinander zu vernetzen. So schaffen wir bessere Bedingungen für bedrohte Tier- und Pflanzenarten und sichern dieses einzigartige Natur- und Kulturerbe für kommende Generationen.“
Sachsens Staatssekretär Ulrich Menke: "Am Grünen Band sind nach der Wiedervereinigung einzigartige Lebensräume für gefährdete Pflanzen und Tiere entstanden. Zudem ist es ein Ort, an dem das Andenken an die Teilung wachgehalten und für die Menschen erlebbar wird. Das Naturschutzgroßprojekt, dessen Auftakt wir heute feiern, steht für den Freistaat Sachsen in einer Reihe von guten Entwicklungen für die Natur und Artenvielfalt im sächsischen Abschnitt des Grünen Bands. Erst im April dieses Jahres hat Sachsen diesen Teil als sein erstes Nationales Naturmonument ausgewiesen. Dieses sehr junge Schutzgebiet bringen wir in das gemeinsame Naturschutzgroßprojekt der drei Freistaaten als kleinen und gleichzeitig wertvollen Teil des Grünen Bandes ein. Damit verbinden wir den Wunsch, die schützenswerten Flächen im Grünen Band mit anderen Bereichen zu vernetzen und die einst trennende Grenze zum verbindenden Lebensraum gemeinsam zu entwickeln."
Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden des BUND Naturschutz Bayern Martin Geilhufe und Landrat Dr. Oliver Bär überbrachten die Parlamentarische Staatssekretärin Bettina Hagedorn, der bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder, Vertreterinnen und Vertreter der Länder sowie Landrat Christian Herrgott vom Saale-Orla-Kreis ihre Grußworte. Abschließend wurde nach einem Spaziergang über das Freigelände des Deutsch-Deutschen Museums eine Kunstinstallation enthüllt, die das Miteinander von Natur und Geschichte am Grünen Band symbolisiert.
Dieses Projekt wird gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit, das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz, das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz mit Mitteln des Bayerischen Naturschutzfonds und mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.
Hintergrund:
Grünes Band: Am 9. Dezember 1989, wenige Wochen nach dem Fall der Mauer in Berlin und der Öffnung der innerdeutschen Grenze, initiierte der BUND zusammen mit Naturschützer*innen aus Ost- und Westdeutschland im oberfränkischen Hof das Grüne Band entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Seitdem setzt sich der BUND mit vielen Projekten, Aktivitäten und dank zahlreicher Spenden für Erhalt, Ausweitung und Schutz des 1.378 Kilometer langen Biotopverbundes sowie der einzigartigen Gedächtnislandschaft an die Überwindung der deutschen und europäischen Teilung ein. Seit Januar 2024 steht das Grüne Band auf der deutschen Vorschlagsliste für eine UNESCO Welterbestätte.
Naturschutzgroßprojekte: Der Bund trägt mit seinem vom Bundesamt für Naturschutz betreuten Förderprogramm „chance.natur“ zum dauerhaften Erhalt von Natur- und Kulturlandschaften und besonders schützenswerten Tier- und Pflanzenarten bei. Dabei werden Projekte in Gebieten gefördert, die im nationalen und internationalen Interesse für den Naturschutz außerordentlich wertvoll und für die betreffenden Lebensraumtypen in Deutschland besonders charakteristisch sind. Naturschutzgroßprojekte gliedern sich in ein dreijähriges Planungsprojekt und ein zehnjähriges Umsetzungsprojekt. In dem noch bis Ende Oktober 2028 laufenden Planungsprojekt erarbeitet ein vom Projektträger zu beauftragendes Planungsbüro einen Pflege- und Entwicklungsplan mit flächenspezifischen Maßnahmen, welche auf die wertgebenden Arten und Biotope abzielen – wie zum Beispiel Braunkehlchen, Fadenmolch und artenreiche Feucht- und Bergwiesen. Der Erhalt der Artenvielfalt und die Förderung des Biotopverbundes liegen dabei im besonderen Fokus. In Gesprächen mit Landnutzenden wird zusätzlich eine sozioökonomische Studie erstellt. Mit ihr wird ermittelt, wie das Projekt umsetzbar ist, sodass neben der Natur auch die Menschen vor Ort als Landnutzende oder auch Erholungssuchende davon profitieren. Erst wenn der finale Pflege- und Entwicklungsplan auch die Zustimmung vor Ort findet, startet nach erneuter erfolgreicher Beantragung das zehnjährige Umsetzungsprojekt, in dem wertvolle Lebensräume gesichert, neu geschaffen oder wiederhergestellt, aber auch Nutzungsumstellungen gefördert werden können.
Der projektbezogene Planungsraum beinhaltet einen 95 km langen Abschnitt des innerdeutschen Grünen Bandes und damit immerhin sieben Prozent seiner Gesamtlänge. Darüber hinaus sind ein sechs und ein zwölf Kilometer langer Grenzabschnitt zwischen Sachsen bzw. Bayern und der Tschechischen Republik sowie mehrere angrenzende Bach- und Flusstäler enthalten.
Mehr Informationen/Kontakt:
- Naturschutzgroßprojekt Grünes Band Bayern-Sachsen-Thüringen beim Nationalen BUND Kompetenzzentrum Grünes Band, Thomas Findeis, thomas.findeis(at)bund-naturschutz.de, +49 37463 – 222316, am 6.7.2026 mobil erreichbar unter: +49 170-3548953
- Nationales BUND Kompetenzzentrum Grünes Band, Dr. Liana Geidezis, gruenesband(at)bund-naturschutz.de, +49 911-5752-94-0
- Kontakt: Katrin Evers, Referentin Grünes Band, Tel.: +49 30 27586-535; Mobil: +49 175-5227207; Mail: katrin.evers(at)bund.net
- Sie finden den BUND-Bundesverband auch auf Bluesky, Instagram und Facebook
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ist mit mehr als 676.000 Mitgliedern und Unterstützer*innen einer der größten Umweltverbände Deutschlands. Seit über 50 Jahren engagiert er sich unter anderem für eine ökologische Landwirtschaft, den Klimaschutz, den Schutz bedrohter Arten, des Waldes und des Wassers. Finanziert durch Spenden und Mitgliedsbeiträge ist der BUND unabhängig von Politik und Wirtschaft.
Hrsg.: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) e.V., Nicole Anton (v.i.S.d.P.), Kaiserin-Augusta-Allee 5, 10553 Berlin