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Sonntag, 27. November 2005, 11.00 Uhr
Zur Nobelpreis-Verleihung
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Andreas Bönte im Gespräch mit Prof. Dr. Theodor W. Hänsch

    München (ots) - Am 10. Dezember 2005 erhält Prof. Dr. Theodor Wolfgang Hänsch den Physik-Nobelpreis für Leistungen auf dem Gebiet der laserbasierten Präzisions-Spektroskopie - gemeinsam mit den US-Forschern John Hall und Roy Glauber. Nach dem ersten deutschen Physik-Nobelpreisträger Wilhelm Conrad Röntgen erhält Hänsch in diesem Jahr als 24. Deutscher in der nunmehr 106-jährigen Geschichte des Nobelpreises diese Ehrung. Der 1941 in Heidelberg geborene und dort promovierte Physiker ist ein Pionier der Quantenoptik und Laserphysik, der lange Zeit in den USA gearbeitet hat. 1972 bis 1986 forschte er als Professor an der kalifornischen Stanford University, dann ging er als Direktor ans Max-Planck-Institut für Quantenoptik in Garching bei München. An der Ludwig-Maximilians-Universität München hat er den Lehrstuhl für Experimentalphysik und Laserspektroskopie inne.

    Im Gespräch mit Andreas Bönte erklärt Prof. Dr. Hänsch seinen Erfolg schlicht mit „Spaß an der Physik“. Privat ist der kinderlose Junggeselle ein leidenschaftlicher Bastler, der sich seine kindliche Begeisterungsfähigkeit bewahrt hat. So erzählt er von dem Moment als er von der Nobelpreisehrung erfuhr und wie sich seitdem sein Leben verändert hat. Hänsch berichtet auch von seinen Erfahrungen als junger Professor in den 70er Jahren und wie z.B. Apple-Gründer Steve Jobs seine Vorlesungen besuchte. Hänsch rätselt darüber, warum das Fach Physik in Deutschland, anders als in anderen Ländern, eine Männerdomäne geblieben ist. Und obwohl er meint, dass der Wissenschaftsstandort Deutschland besser ist als sein Ruf, lässt er anklingen, dass es ihn reizt, noch mal neu anzufangen – in Amerika. Ein unterhaltsames und spannendes Gespräch über die Faszination der Physik und das Leben eines frischgebackenen Nobelpreisträgers aus Bayern.

    Am Montag, 12. Dezember 2005, 18.00 Uhr, stellt BR-alpha in der Dokumentation „Rechner aus dem Ungewissen“ die Arbeit des Pioniers der Quantenoptik und Laserphysik näher vor - in der Sendereihe „Spitzenforschung in Deutschland.

    Was hat es auf sich mit einer Welt, die unserer Logik des Entweder- Oder widerspricht? Quantenmechanische Objekte sind nicht hier oder da, nicht so oder anders, sondern unscharf und dass die Physiker die Eigenschaften ihrer Untersuchungsobjekte prinzipiell nur ungefähr kennen können, ist die große Herausforderung. Weil „Gott eben doch würfelt“, wollen Hänsch und seine Kollegen am Max-Planck-Institut für Quantenoptik in Garching dabei zuschauen. Und ein wenig mitwürfeln. Roland Schenkes Dokumentation „Rechner aus dem Ungewissen“ folgt ihrer Arbeit und zeigt Bausteine eines künftigen Quantencomputers, der Millionen gleichzeitiger Rechnungen ermöglichen soll. Die Informationsverarbeitung dürfte er revolutionieren und ebenso das herrschende Bild der Welt. Einer Welt, die für Nobelpreisträger Hänsch ein großer Quantencomputer ist.

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