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01.04.2020 – 14:02

Deutscher Naturheilbund e.V.

JA zur Naturheilkunde! Das Grundsatzpapier des Deutschen Naturheilbunds (DNB)

Seit vielen Jahren wächst in der Bevölkerung die Nachfrage nach naturheilkundlichen Therapien und Medikamenten. Der Deutsche Naturheilbund (DNB) vertritt zurzeit etwa 11.000 Menschen und 48 Naturheilvereine in Deutschland.

Diese Naturheilvereine und ihr Dachverband vertreten Menschen, die eigene Kompetenz zur Erkennung, Vermeidung, Linderung und Selbsthilfe bei gesundheitlichen Beschwerden und Erkrankungen erwerben und weitergeben. Dafür nutzen sie die natürlichen, kostengünstigen und oft seit Jahrhunderten bewährten Mittel und Verfahren der Naturheilkunde und der Traditionellen Europäischen Medizin (TEM), ergänzt durch die Erfahrungswelten der internationalen Natur- und Traditionellen Medizin. Dadurch leisten sie einen wertvollen Beitrag zur Linderung der Versorgungskrise und zur Kostensenkung im deutschen Gesundheitswesen.

Der Dachverband und die Naturheilvereine in Deutschland stehen damit in einer 130-jährigen Tradition und wollen dieses Kulturerbe für die Zukunft erhalten und weiterentwickeln. Wir berufen uns damit auf die „Strategie für Traditionelle Medizin 2014-2023“ *, die die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Unterstützung der Traditionellen Medizin in ihren Mitgliedsstaaten formuliert hat, und den aktuellen Report der WHO zur Umsetzung dieser Ziele.**

Im Folgenden sind unsere zehn Vorschläge und Forderungen an die gesundheitspolitisch verantwortlichen Akteure in Deutschland formuliert:

1.  Wertschätzung und Anerkennung - Wir wünschen uns sowohl eine anerkennende
    Wertschätzung der Naturheilkunde als Traditionelle Europäische Medizin in
    der deutschen Gesetzgebung, als auch die Bereitstellung von
    Forschungsmitteln für diesen Bereich. Hierfür ist es unseres Erachtens
    zwingend, den hoch-individuellen Ansatz und die speziellen Prinzipien der
    Naturheilkunde und der Traditionellen Europäischen Medizin (TEM)
    anzuerkennen.
2.  Unabhängige Beurteilung - Die alleinige Beurteilung der Verfahren der
    Naturheilkunde und der TEM durch das Institut für Qualität und
    Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) und den Gemeinsamen
    Bundesauschuss (G-BA), das höchste Gremium der gemeinsamen Selbstverwaltung
    im Gesundheitswesen, kann dem nicht gerecht werden.
3.  Vertretung in den Gremien - Die offen propagierte Unabhängigkeit dieser
    unter 2) genannten Institute müssen wir in Frage stellen, da weder Vertreter
    von naturheilkundlichen Organisationen wie dem DNB, noch Vertreter
    naturheilkundlicher Berufe einschließlich der wenigen Vertreter
    naturheilkundlicher Lehr- und Forschungseinrichtungen oder politische
    Vertreter in diesen Gremien vertreten sind.
4.  Stimmrecht für Patienten - Wir fordern ein aktives Mitbestimmungs- und
    Stimmrecht für die Patientenvertretung im Gemeinsamen Bundesausschuss
    (G-BA), gerne auch unter Einbeziehung von den deutschen Naturheilvereinen.
5.  Beachtung der Studienlage - Die durch langjährige Förderung der
    Traditionellen Medizin in vielen Industriestaaten gute Studienlage, die auch
    in den neueren deutschen medizinischen Leitlinien bis hin zu den nationalen
    VersorgungsLeitlinien berücksichtigt wird, muss endlich zur Kenntnis
    genommen werden und sich in Forschung, Lehre und Anwendung etablieren.
6.  Passendes Studiendesign - Dabei muss der multimodale, individuelle Ansatz
    der Naturheilkunde und der Traditionellen Medizin zwingend berücksichtigt
    werden. Letzteres ist mit dem gegenwärtigen Standard einer evidenzbasierten
    Medizin, die bekanntlich auf der Grundlage einer Therapie mit chemisch
    definierten Pharmaka entwickelt wurde, nur schwer möglich. Hierzu müssen
    weitere Entwicklungsschritte eingeleitet werden.
7.  Freie Therapie- und Therapeutenwahl - Die freie Therapie- und
    Therapeutenwahl soll auch künftig bestehen bleiben. Es ist
    unwissenschaftlich, empirisch basierte Therapieformen als unsicher und
    unwirksam zu bezeichnen, nur weil bisher keine Mittel zu ihrer Erforschung
    zur Verfügung stehen.
8.  Arzneimittelgesetzgebung verbessern - Die bestehende Gesetzeslage für
    Arzneimittel der besonderen Therapierichtungen muss nicht nur erhalten,
    sondern nach einem fachkompetenten Reflexionsprozess verbessert werden.
    Zulassung und Anerkennung der Arzneimittel der besonderen Therapierichtungen
    soll nach Beurteilungskriterien erfolgen, die den individuellen und
    multimodalen Prinzipien der Naturheilkunde und der Traditionellen Medizin
    entsprechen. Die Beurteilungskriterien der evidenzbasierten Medizin sind
    hier ungeeignet.
9.  Die sechs Säulen sind Teil der Prävention - Im gesundheitspolitischen
    Bereich der Prävention und Gesundheitsförderung sollen auch die sechs Säulen
    der Naturheilkunde (Wasser, Arzneipflanzen, Ernährung, Bewegung,
    Lebensbalance und Umwelt) berücksichtigt werden. Wir verweisen hierzu auf
    die gerade erschienene Leitlinie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur
    Risikoverminderung***, die multimodale Maßnahmen z.B. gegen Bewegungsmangel,
    ungesunde Ernährung und soziale Isolation, sowie Raucherentwöhnung und
    Alkoholkonsumreduktion empfiehlt. Diese und weitere Maßnahmen werden von
    Seiten der Naturheilkunde traditionsgemäß propagiert.
10. Kompetenzbildung und Selbsthilfe - Ein Schwerpunkt soll gelegt werden auf
    die Förderung von Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung zur Erkennung und
    Vermeidung gesundheitlicher Risiken, sowie von Anleitung zur Prävention und
    Selbsthilfe bei gesundheitlichen Beschwerden und Erkrankungen durch
    natürliche, kostengünstige und seit Jahrhunderten bewährte Mittel und
    Verfahren der Naturheilkunde und Traditionellen Medizin. Dabei muss auch die
    Kompetenz geschult werden zu erkennen, wann externe Hilfe erforderlich ist. 

Der DNB und die Naturheilvereine in Deutschland setzen das dritte Ziel der siebzehn Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen und der WHO von 2015 bereits aktiv um - Gesundheit und Wohlbefinden. Schon immer stehen diese Ziele für Nachhaltigkeit in allen Lebensbereichen, für Information und Schulung der Bevölkerung und naturheilkundlicher Hilfe zur Selbsthilfe.

Im Namen des DNB-Präsidiums

Nora Laubstein

Präsidentin

Deutscher Naturheilbund

Bundesgeschäftsstelle

Am Anger 70

75245 Neulingen-Bauschlott

Mail: info@naturheilbund.de

Home: www.naturheilbund.de

Links:

* https://www.who.int/medicines/publications/traditional/trm_strategy14_23/en/

**https://www.who.int/traditional-complementary-integrative-medicine/WhoGlobalReportOnTraditionalAndComplementaryMedicine2019.pdf?ua=1

*** https://www.who.int/mental_health/neurology/dementia/guidelines_risk_reduction/en/

Mit besten Grüßen
Deutscher Naturheilbund eV
Bundesgeschäftsstelle
Am Anger 70 (Schloss Bauschlott)
75245 Neulingen
Tel. 07237-4848 799, Fax 07237- 4848 798
presse@naturheilbund.de 

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