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11.03.2004 – 12:00

DLRG - Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft

DLRG-Bilanz 2003: Die Zahl der Ertrinkungsfälle steigt weiter
Positiv: Dank frühzeitiger Aufklärung ertrinken weniger Kinder

    Hannover/Bad Nenndorf (ots)

Im vergangenen Jahr sind in
Deutschland mindestens 644 Menschen ertrunken. Gegenüber dem Jahr
2002 stieg die Zahl der tödlichen Wasserunfälle um 46 an, das ist ein
Anstieg von 7,7 Prozent. Diese Zahlen gab der Präsident der Deutschen
Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), Dr. Klaus Wilkens, in Hannover
bekannt. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts sei die Ertrinkungsrate um
50 Prozent gestiegen.
    
    "Die Steigerung geht in hohem Maße auf das Konto des schönen
Sommers. Von Juni bis August starben allein 336 Personen durch
Ertrinken, das sind 52 Prozent. Gegenüber dem Vergleichszeitraum 2002
erhöhte sich die Zahl der Todesfälle um 39 (+13%)," so der
DLRG-Präsident weiter. 75 Prozent aller Todesfälle ereigneten sich an
unbewachten Binnengewässern. Flüsse und Seen sind damit der
Unfallschwerpunkt Nummer eins. 252 Menschen ertranken nach Angaben
der DLRG in Seen, 231 weitere in Flüssen und Bächen. "Diese
Unfallschwerpunkte müssen schnellstmöglich entschärft werden. Wir
brauchen als erstes genaue Gefahrenanalysen in den Gemeinden und
Landkreisen. An vielbesuchten sogenannten wilden Badestellen muss
anschließend im Zuge der Verkehrssicherungspflicht ein
Wasserrettungsdienst eingerichtet werden," sieht der Chef der
Lebensretter dringenden Handlungsbedarf. Mit 26 Badetoten sind die
Strände an Nord- und Ostsee vergleichsweise sehr sichere Badegebiete.
"Wenn wir den großen Urlauberansturm in den Sommermonaten
berücksichtigen, haben unsere ehrenamtlichen Rettungsschwimmer ganz
hervorragende Arbeit geleistet und viel für die Sicherheit der
Menschen getan. Ein guter Wasserrettungsdienst zahlt sich auch für
die Gemeinden aus und bringt ihnen einen Imagegewinn. Sicherheit ist
in diesen Zeiten ein gutes Verkaufsargument," sieht Dr. Wilkens auch
wirtschaftliche Vorteile für die Kommunen durch die ehrenamtliche
Tätigkeit der DLRG. Nach einem deutlichen Rückgang der tödlichen
Unfälle in Frei- und Hallenbädern im Jahr 2002 stieg diese Zahl im
vergangenen Jahr wieder um sechs auf 23.
    
    In der Alterstruktur der Ertrinkungsopfer vollzieht sich nach
Angaben der Lebensretter ein Wandel. Die Risikogruppen waren die 41 -
45-Jährigen sowie die Altersklasse der 51 - 55-Jährigen mit 55
respektive 52 tödlichen Unfällen. In den drei darauffolgenden
Altersstufen bis 70 Jahre ertranken 128 Männer und Frauen. Als
Ursachen nannte der DLRG-Präsident das Überschätzen der eigenen
Leistungsfähigkeit, nicht selten in Verbindung mit einem
vorgeschädigten Herz-Kreislauf-System, eine höhere Risikobereitschaft
und auch falsch verstandener sportlicher Ehrgeiz. Im vergangenen Jahr
hat Nordrhein-Westfalen Bayern als Spitzenreiter in der
Länderstatistik abgelöst. Im bevölkerungsreichsten Bundesland
ertranken 122 Menschen (+43), gefolgt von Bayern mit 109 (-21). Auf
dem dritten und vierten Platz rangieren wie im Jahr 2002
Baden-Württemberg mit 73 und Niedersachsen mit 71 tödlichen
Wasserunfällen. Bremen und das Saarland bilden mit je zwei Toten im
positiven Sinne das "Schlusslicht".
    
    In den fünf neuen Bundesländern ertranken 2003 wie im Jahr zuvor
138 Männer und Frauen. Im Mecklenburg-Vorpommern verloren 43 und in
Brandenburg 37 Menschen im Wasser ihr Leben.
    
    Aufgrund der geringen Bevölkerungszahlen schnitten sie bei dem
Vergleich "Ertrinken je 100.000 Einwohner" mit Werten von 2.44
(Mecklenburg-Vorpommern) und 1.37 (Brandenburg) von allen
Bundesländern am schlechtesten ab.
    
    Als erfreulich bezeichnete die DLRG den Rückgang der
Ertrinkungsfälle bei Kindern im Vorschul- und Grundschulalter. In der
Altersklasse bis fünf Jahre  ertranken im abgelaufenen Jahr 34 Jungen
und Mädchen, elf weniger als im Jahr 2002. Klaus Wilkens wertete
diese positive Entwicklung als "weiteren sichtbaren Erfolg unserer
intensiven, frühzeitigen Aufklärungsarbeit, die wir vor fünf Jahren
mit dem DLRG-NIVEA-Kindergartenprojekt begonnen haben - die
Ausweitung unserer prophylaktischen Maßnahme ist der sinnvollste und
bundesweit realisierbare Weg. Durch Schulung und Ausbildung in den
Kindergärten und Schulen können schon die jüngsten und ihre Eltern
sensibilisiert werden und auf diese Art und Weise von Gefahren
abgehalten werden."

ots Originaltext: DLRG
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