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Kölnische Rundschau: Kölnische Rundschau Kommentar zu G8/Klima

    Köln (ots) - Erfolg mit Vorbehalt

    WERNER GROSCHzum G8-Gipfel

    Die G8 folgen beim Gipfel von L'Aquila dem Modell Real Madrid. Sie stellen ein galaktisches Team zusammen - die Frage ist nur, wie eigentlich die exorbitanten Ablösesummen finanziert werden sollen.

    Keine Frage ist dagegen, dass L'Aquila ein Erfolg ist. Ein großer Erfolg gemessen an den Vorgängertreffen, beispielsweise in Heiligendamm. Wenn tatsächlich alle Industrie- und die wichtigsten Schwellenländer der globalen Erwärmung eine Grenze ziehen wollen, dann ist das weit mehr, als vor zwölf Jahren in Kyoto erreicht werden konnte. Es ist auch weit mehr, als von den USA unter George W. Bush oder auch von der chinesischen Führung noch vor einigen Jahren zu erwarten gewesen wäre. Im Augenblick lautet die Botschaft: Wir haben verstanden. Dafür spricht auch, dass die Klimaschutzziele weitaus ehrgeiziger ausfallen als damals in Kyoto. Sie orientieren sich tatsächlich an den Forderungen des UN-Klimarates IPCC.

    Aber L'Aquila ist kein Abschluss. Im Gegenteil: Der Basar ist jetzt erst eröffnet. Es darf und es wird gefeilscht werden. Darüber zum Beispiel, wo man das Basisjahr für die Reduktion von Treibhausgasen ansetzt. Der Unterschied von 1990 (wie im Kyoto-Protokoll) zu 2005 (wie die USA und Japan in ihren nationalen Programmen bislang vorsehen), ist gewaltig. Im Falle der USA lag der Ausstoß im Jahr 2005 um fast 1,2 Milliarden Tonnen höher als 1990.

    Der wichtigste Punkt wird aber der Kaufpreis für China und Indien sein. Wer solche global player verpflichten will, muss tief in die Schatulle greifen. Und das Bekenntnis dazu ist bislang nicht erfolgt.

    Umso mehr gilt es, die immensen Kosten des Klimawandels herauszustellen und andererseits das wirtschaftliche Potenzial des Klimaschutzes zu betonen, etwa bei erneuerbaren Energien.

    Die G8 brauchen die Verstärkung aus Asien dringend. Wer glaubt, sich Nicht-Handeln leisten zu können, der wird die Folgen sehr viel teurer bezahlen müssen. Und dann droht den galaktischen G8 der Abstieg.

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