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20.08.2004 – 08:00

Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

Klima-Kälte ohne Öko-Reue: Neue Technik schont Umwelt und Geldbörse
TU Hamburg-Harburg nutzt Abwärme von Blockheizkraftwerken und Erdsonden als Alternative - DBU fördert mit über 100.000 Euro

    Hamburg (ots)

Deutschland schwitzt! Doch der Druck auf den
Einschaltknopf der Klimaanlage produziert bei vielen Zeitgenossen
Gewissensbisse: Hoher Energiebedarf quält unter ökologischen Aspekten
- und deftige Kosten sorgen später für Hitzewallungen beim Blick auf
die Jahresrechnung des Energieversorgers. Das muss nicht sein! Die
Technische Universität Hamburg-Harburg hat jetzt in dem Gebäude einer
Firma für Bordmesstechnik in Hamburg-Stellingen nachgewiesen, dass
eine umweltfreundliche und wirtschaftliche Klimatisierung ohne
Kältemaschine möglich ist. Der Clou: Die Wissenschaftler nutzen die
Abwärme von Blockheizkraftwerken (BHKW), die im Sommer über eine
geringe Nachfrage nach Wärme klagen, und  das kühle Erdreich über
Sonden. Unterstützt wurde das Projekt mit über 100.000 Euro von der
Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU).
    
    Die Klimatisierung von Gebäuden erfordert ein Abkühlen und
Entfeuchten der Außenluft, wobei Letzteres in der Regel die größere
Energiemenge schluckt. Stand der Technik ist der Einsatz elektrisch
betriebener Kälteanlagen. Hier wird die Luft unter den Taupunkt
abgekühlt, um den Dampf auszukondensieren, das Wasser also trennen zu
können. Anschließend muss die nun trockene Luft wieder auf das
gewünschte Niveau erwärmt werden.
    
    In der Demonstrationsanlage in Hamburg wurde ein
Klimatisierungskonzept bestehend aus einem Adsorptionsrad - einer Art
sich drehendem Filter -, einem BHKW und Erdsonden umgesetzt. Die
Besonderheit: getrocknet wird die Luft nicht mehr unter Einsatz der
hochwertigen Energie Strom, sondern durch das Adsorptionsrad und die
Abwärme des BHKW. Die trockene Frischluft wird  mit der Kälte aus den
Erdsonden auf die gewünschte Temperatur gebracht. Weitere
Besonderheit: Die Nutzung der Fußbodenheizung im Sommer zur Kühlung.
Wird üblicherweise die gesamte Kühlung über den Austausch von Luft
bewerkstelligt - was oft zu den bekannten unangenehmen
Zugerscheinungen aufgrund der großen Luftmengen führt -, wird hier
der Fußboden zum Flächenkühler. Die Anlage wurde mit entsprechender
Messtechnik ausgestattet, um Wirtschaftlichkeit und Energiebedarf mit
herkömmlichen Systemen vergleichen zu können. Zwei Jahre lang wurde
der Sommer- und Winterbetrieb begleitet.
    
    In der Betrachtung eines ganzen Jahres wurde festgestellt, dass
ein vergleichbares Gebäude mit einem herkömmlichen
Klimatisierungssystem einen um 14 Prozent höheren
Primärenergiebedarf aufweist. DBU-Generalsekretär Dr. Fritz
Brickwedde: "Gegenüber einer elektrisch betriebenen
Nur-Luft-Klimaanlage ist die Demonstratrionsanlage wegen der
vergleichbaren Investition und der erheblich niedrigeren
Betriebskosten von Anfang an wirtschaftlich. Die Klimatisierung von
Gebäuden wird sich zukünftig auch in gemäßigten Klimazonen weiter
verbreiten. Insofern kommt dem Projekt und seinen Ergebnissen vor
allem aber auch ökologisch eine besondere Bedeutung zu."
    
    Ansprechpartner zum Projekt: Prof. Dr.-Ing. Gerhard Schmitz,
Telefon 040/428780, E-Mail schmitz@tu-harburg.de.
    
    Fotos zum Thema finden Sie auf der Homepage der Stiftung unter
    www.dbu.de im Bereich Presse
    
ots Originaltext: Deutsche Bundesstiftung Umwelt
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de
    
    
Pressekontakt:
Deutsche Bundesstiftung Umwelt
Franz-Georg Elpers (Pressesprecher)
An der Bornau 2
49090 Osnabrück

Telefon: 0541/9633-521
Fax: 0541/9633-198

E-Mail: presse@dbu.de
Internet: www.dbu.de

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