Die Welt der Sprache – Sprachen der Welt: Uni Osnabrück lädt zu international besetzter sprachwissenschaftlicher Tagung
Wie vielfältig ist Sprache – und was verbindet die mehr als 7.000 Sprachen weltweit? Diese Fragen stehen vom 26. bis 29. August im Mittelpunkt einer internationalen Linguistik-Tagung mit rund 550 Forschenden an der Universität Osnabrück.
Die Welt der Sprache – Sprachen der Welt
Uni Osnabrück lädt zu international besetzter sprachwissenschaftlicher Tagung
Sprache und Sprachen in all ihrer Vielfalt sind Thema einer internationalen Tagung an der Universität Osnabrück vom 26. bis zum 29. August 2026. „Weltweit finden wir über 7000 verschiedene Sprachen, die einerseits enorme Unterschiede aufweisen können – wie etwa Xhosa in Südafrika und Deutsch – gleichzeitig aber auch durchaus alle ähnliche Bauprinzipien haben. Dies ist wohl ein Grund, warum jeder Mensch als Kind jede beliebige Sprache der Welt als Muttersprache erlernen kann“, so Prof. Dr. Alexander Bergs, Sprachwissenschaftler am Institut für Anglistik und Amerikanistik der Universität Osnabrück und Organisator der Veranstaltung.
Die 59. Internationale Jahrestagung der Societas Linguistica Europaea beschäftigt sich mit eben dieser Sprachenvielfalt. 1966 in Kiel gegründet, ist die SLE eine der größten sprachwissenschaftlichen Fachgesellschaften weltweit. Bei der Fachtagung, die Bergs und Kolleginnen und Kollegen des Fachbereichs Sprach- und Literaturwissenschaft gemeinsam mit der Gesellschaft organisieren, kommen rund 550 internationale Gäste aus über 25 Ländern nach Osnabrück, um sprachwissenschaftlichen Fragestellungen nachzugehen und sich über den aktuellen Forschungsstand auszutauschen. Die Themen der 19 Workshops reichen dabei von grammatischen Analysen, Sprachtypologie, Spracherwerb und historischer Linguistik bis hin zu Sprache als Mittel politischer Propaganda und Sprache in der Künstlichen Intelligenz, wie etwa bei ChatGPT und Large Language Models.
„Wir haben hier eine enorme Bandbreite an Themen vor uns“, so Bergs. „Diese Tagung zeigt einmal wieder deutlich, dass die Sprachwissenschaft – auch beim wissenschaftlichen Nachwuchs – eine stark nachgefragte Disziplin ist und von theoretischer Linguistik, wie zum Beispiel bei dem Problem der Ikonizität in Lautsystemen, bis hin zu direkter Anwendung, etwa bei der Frage nach früher Mehrsprachigkeit, für jeden etwas zu bieten hat. Besonders interessant ist in diesem Jahr die Podiumsdiskussion zum Thema May contain (strong) language: linguistics at the intersection of free speech and verbal aggression, welche sich der hochaktuellen Frage widmet, ob und wie freie Rede einerseits und die daraus möglicherweise resultierende verbale Gewalt in allen möglichen Formen andererseits miteinander vereinbar sind. Wie erkennen wir zum Beispiel subtile Formen sprachlicher Manipulation, so dass wir uns davor bestmöglich schützen können?“
„Wir sind hoch erfreut, dieses Jahr Gast an der Universität Osnabrück sein zu dürfen“, so Prof.in. Dr. Maria Koptjevskaja Tamm von der Universität Stockholm und Präsidentin der Gesellschaft. „Nach Bremen und Leipzig ist dies unsere dritte Konferenz in Deutschland seit 2006. Die SLE bringt nicht nur Sprachwissenschaftlerinnen und Sprachwissenschaftler aus Europa zusammen, sondern aus der ganzen Welt. Unsere Mitglieder haben einen unterschiedlichen Hintergrund hinsichtlich ihrer Sprachen und Kulturen, ihren Forschungsfragen und Perspektiven – und sie kommen vor allem auch von unterschiedlichen Karrierestufen, von Promovierenden über gegenwärtige Spitzenforscherinnen und -forscher bis hin zu berühmten Emeriti. SLE- Konferenzen so wie diese in Osnabrück mit ihrer warmen und freundlichen Atmosphäre bieten eine unschätzbar wichtige Plattform für den wissenschaftlichen und kulturellen Austausch und die Zusammenarbeit.“
„Wir sind sehr darüber erfreut, eine derart renommierte, große internationale Tagung an unserem Fachbereich begrüßen zu dürfen“, erklärt Prof.in Dr. Christina Noack, Dekanin des Fachbereichs Sprach- und Literaturwissenschaft der Uni Osnabrück. „Sie unterstreicht ein weiteres Mal die bedeutende Rolle, die die Osnabrücker Sprachwissenschaften national wie international bekleiden. Die Societas Linguistica Europaea tagte bereits in bekannten Universitätsstädten wie Bologna, Helsinki, Athen, Leiden oder Leipzig, die Tagungen fanden stets große internationale Beachtung. Die Tatsache, dass sie dieses Jahr in Osnabrück stattfindet, ist für uns nicht nur eine große Ehre. Sie unterstreicht, dass Osnabrücker Forschungsleistungen in diesem Gebiet weithin sichtbar sind. Das ist für uns ein wichtiges Signal.“
Weitere Informationen für die Medien:
Prof. Dr. Alexander Bergs, Universität Osnabrück
Fachbereich Sprach- und Literaturwissenschaft
E-Mail: alexander.bergs@uos.de
Cornelia Achenbach, Universität Osnabrück Kommunikation und Marketing / Redakteurin Neuer Graben 29/Schloss, 49074 Osnabrück
E-Mail: cornelia.achenbach@uni-osnabrueck.de
Weiteres Material zum Download Dokument: 107_PM_Bergs_Tagung_August_2026.docx