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Deutsche Marine - Pressemeldung: Ohne sie läuft nichts - die Trossschiffe der Deutschen Marine im weltweiten Einsatz

Deutsche Marine - Pressemeldung: Ohne sie läuft nichts - die Trossschiffe der Deutschen Marine im weltweiten Einsatz
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Glücksburg (ots)

Langsam nähert sich eine Fregatte bei aufgewühlter See der 
"Spessart" und läuft längsseits. Ihr Bug schneidet die blaugraue See 
des Mittelmeeres, wirft fast lautlos Gischt auf. Sie bricht immer 
wieder über der Back und den Brückenaufbauten zusammen. Und auch die 
Seeleute trotzen dem Seegang. Sie bereiten bei stürmischer See eine 
Kraftstoffübernahme von der "Spessart" auf die Fregatte vor. Die 
"Spessart" ist einer von zwei zivil besetzten 
Betriebsstofftransportern des Trossgeschwaders. Sie sind für die 
Deutsche Marine die "schwimmenden Tankstellen" auf hoher See.
"So sieht unser Tagesgeschäft aus. Ohne die Schiffe des 
Trossgeschwaders wären internationale Marineeinsätze nicht möglich. 
Unsere Schiffe sind die Arbeitspferde der Flotte, sie sind für die 
Marine als logistische Komponente unverzichtbar", erklärt der 
Kommandeur des Trossgeschwaders aus Wilhelmshaven, Kapitän zur See 
Ma-thias Metz.
Insgesamt befehligt Metz zehn Schiffe, von denen acht zivil 
besetzt sind. Ihr Aufgabenspektrum  reicht von der Versorgung der 
Einheiten in See bis hin zu humanitären Hilfseinsätzen. Viele Schiffe
des Trossgeschwaders sind ehemalige Handelschiffe oder nach 
Handelsschiffstandard gebaut. Das heißt, sie sind unbewaffnet. Das 
erklärt auch, weshalb keine Soldaten an Bord sind. Die Geschichte von
Trossschiffen ist so alt wie die militärische Seefahrt selbst. 
Bereits die Römer unter Julius Caesar führten Kriege mit einer ganzen
Armada von Galeeren, die von einem Tross Versorgungsschiffen 
begleitet wurden.
Heute dienen die beiden großen Betriebsstofftransporter "Rhön" und
"Spessart" vornehmlich der Unterstützung von Marinegeschwader und 
Schiffsverbänden. Hierfür wurde dass Trossgeschwader der 
Einsatzflottille 2 in Wilhelmshaven unterstellt. Zu seinen Aufgaben 
gehört zum Beispiel die Teilnahme an den vier ständigen 
Nato-Seeverbänden, die im Atlantik und dem Mittelmeer patrouillieren.
Außerdem werden die kleineren Einheiten regelmäßig zu Schulungs-, 
Transport und Übungsunterstützungsaufgaben der Flotte benötigt. So 
leisten die Seeschlepper wie die "Fehmarn" und die "Wangerooge" 
hervorragende Dienste beim Überlebenstraining für die fliegenden 
Bestatzungen auf hoher See. Des Weiteren sind sie als Führungs- und 
Begleitplattform bei der U-Boot-Ausbildung eingebunden.
Zum Trossgeschwader gehören auch die beiden größten Schiffe der 
Deutschen Marine, die Einsatzgruppenversorger (EGV) "Berlin" und 
"Frankfurt am Main". Aufgeteilt auf die Marinestützpunkte in 
Wilhelmshaven und Kiel verfügt die Marine mit den 
Einsatzgruppenversorgern über zwei hochmoderne Schiffe, die im 
internationalen militärischen Einsatz  eine wichtige Plattform 
darstellen. 159 Marinesoldaten gehören zur Besatzung eines EGV.
Mehr als 350 Soldatinnen und Soldaten leisten ihren Dienst beim 
Trossgeschwader. Hinzukommen noch einmal mehr als 250 
Zivilbeschäftigte, die vor allem als Berufsseeleute auf den acht 
anderen Schiffen des Trossgeschwaders im Einsatz sind. "In einem 
deutlich zunehmenden Maß haben die zivil besetzten Schiffe des 
Trossgeschwaders Aufgaben der militärischen Einheiten übernommen. So 
entlasten unsere zivilen Seeleute beispielsweise das militärische 
Personal bei der Unterstützung der praktischen Ausbildung der 
Seemannschaft", erläutert Kommandeur Metz. Dabei liege die Stärke der
zivilen Besatzungen in ihrer langjährigen Erfahrung an Bord. Mit 
ihnen steht und fällt der Einsatz der Trossschiffe.
"Gerade den zivilen Seeleuten kommt bei uns im Geschwader eine 
Sonderolle zu. Der Mix aus erfahrenen und sehr professionell 
agierenden Kapitänen, Offizieren und Seeleuten, jungen Auszubildenden
im Lehrberuf des Schiffsmechanikers gibt uns personell einen festen 
Sockel. Neuerdings stellen uns aber die Vorgaben der 
EU-Arbeitszeitrichtlinie für die Zivilbeschäftigten auf unseren 
Schiffen vor große Herausforderungen. Nach dem Willen der 
Europäischen Union (EU) soll die Möglichkeit zu Abweichungen von 
geltenden Arbeitszeitrichtlinien nur unter strengen Voraussetzungen 
möglich sein. Damit soll dem notwendigen Gesundheitsschutz der 
Arbeitnehmer Rechnung getragen werden. Im Kern heißt das für die 
zivilen Seeleute beim Trossgeschwader: Nach EU-Recht sollen sie vor 
zu vielen Überstunden geschützt werden.
"Ich bin mir aber sicher, dass wir als Marine gemeinsam für alle 
Betroffenen eine einvernehmliche Lösung finden werden", so Metz.
Seine Soldaten und zivilen Seeleute waren in diesem Jahr 1.134 
Tage auf See. "Deshalb ist es mir persönlich besonders wichtig, dass 
zumindest an Weihnachten möglichst viele meiner Seeleute bei ihren 
Familien sein können". Denn auch im kommenden Jahr werde die 
Arbeitsbelastung auf diesem hohen Niveau bleiben. Fest eingeplant 
seien bereits 1.111 Seetage, so Metz abschließend.
Autor: Torsten Haase, Presse- und Informationszentrum Marine
Fotos: Deutsche Marine

Pressekontakt:

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Oberleutnant zur See Christopher Jacobs
Telefon: 0 46 31 - 6 66 - 44 12 / 44 00
piz@marine.de
Fotoredaktion Marine: 0 46 31 - 6 66 - 44 32

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