eco - Verband der Internetwirtschaft e. V.

Mobile Betriebssysteme: Windows Phone 7 auf absteigendem Ast?
Expertenumfrage von eco: Nokia und Microsoft müssen aufholen
Außerdem: Trendwechsel bei Mobile Apps

Köln (ots) - Die mobile Branche war erstaunt: Nokia setzt zukünftig auf Microsofts mobiles Betriebssystem Windows Phone 7 - und hat sich damit ganz explizit gegen den augenblicklichen Marktführer Google mit Android entschieden. Die Experten der aktuellen Umfrage des Arbeitskreises Mobile von eco - Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V. hätten anders entschieden: Bei mehreren Antwortmöglichkeiten glaubten nur noch 7,1 Prozent, dass Windows Phone 7 einen bedeutsamen Marktanteil erringen wird, während iPhone und Android in einer ganz anderen Liga spielen und jeweils mit je 62 Prozent das Rennen machen werden*. Windows Phone 7 hat damit eine regelrechte Talfahrt hingelegt: Vor einem Jahr** bewerteten die Experten die Microsoft-Plattform noch mit 26,9 Prozent.

"Beide - Nokia und Microsoft - müssen Android und iPhone etwas entgegen setzen, um zukünftig einen bedeutsamen Platz im Mobile Business einzunehmen. Nokia hat sich zu lange auf die Märkte in Schwellenländern konzentriert und Microsoft hat das Thema jahrelang nicht ernsthaft betrieben", erläutert Dr. Bettina Horster, Direktorin Mobile bei eco und Vorstand der VIVAI AG. Das fehlende Vertrauen in Microsofts und Nokias bisherige Strategien wird auch durch das Ergebnis auf die Frage dokumentiert, welcher Application Store in den nächsten zwei bis drei Jahren am erfolgreichsten sein wird. Gerade einmal 2,3 Prozent der Experten glauben an den Windows Marketplace und niemand an den Nokia Ovi Store, während 39,5 Prozent der Experten meinen, dass der Google Android Market den Markt bestimmen wird. Damit setzt sich die Verkaufsplattform auch klar vom Apple App Store ab, auf den 27,9 Prozent setzten.

Nicht nur bei den Plattformen und den Shops gab es im letzten Jahr deutliche Veränderungen, auch die Interessen der mobilen Internetnutzer haben sich stark verändert: Standen im März letzten Jahres** bei den Apps noch Games mit 46 Prozent an erster Stelle, sind es jetzt Applikationen aus den Bereichen Musik und Social Networks (je 22 Prozent), die am meisten genutzt werden. Games sind dagegen auf den dritten Platz gerutscht (11 Prozent). Social-Network-Applikationen werden nach Meinung der Experten weiter an Beliebtheit zunehmen und 2013 mit 40 Prozent die am meisten genutzten Apps ausmachen.

Ihre Position halten konnten Apps aus dem Bereich "Content und Information"; sowohl Anfang 2010 als auch heute sehen die Experten diese als am zweithäufigsten genutzte App. Gute Prognosen bekommen auch Location Based Services: Nach Social Networks sollen sie 2013 die am häufigsten genutzten Apps stellen und sind der von den Experten mit 65 Prozent am häufigsten genannte zukünftige Anschaffungsgrund für Smartphones. "Es zeichnet sich ab, dass Vernetzung und lokaler Nutzen die Stärken des mobilen Internets sind", erläutert Dr. Bettina Horster. "Ein weiterer stabiler Pfeiler bei den Nutzungsgewohnheiten ist der Content, Business-Apps werden dagegen weniger nachgefragt und verlieren zukünftig sogar an Bedeutung."

Mobile Spiele könnten aber auch wieder aufholen: Dass leistungsstärkere Geräte ein wichtiger Treiber für Mobile Games sind, glauben rund 49 Prozent der Befragten. Damit sind die Endgeräte für die Entwicklung mobiler Spiele weit wichtiger als Spielformen oder Preise. In drei Jahren wird dann auf dem Handy genauso viel gespielt an der Konsole (jeweils rund 43 Prozent), während das Spielen am Rechner auf den dritten Platz rutscht (14 Prozent).

Auch beim Bezug von mobilen Apps haben sich die Nutzergewohnheiten gewandelt: Die Zahlungsbereitschaft ist stark gesunken. War Anfang 2010*** noch die Hälfte der Befragten bereit, bis zu fünf Euro für eine Applikation zu zahlen, sind es jetzt nur noch knapp 43 Prozent. "Die kritische Schwelle bewegt sich derzeit bei etwa einem Euro", sagt Dr. Bettina Horster. "Das wird für immer mehr Nutzer die magische Grenze für den Preis einer App." Die meisten Befragten (40 Prozent) nutzen dabei zwischen fünf und zehn verschiedene Apps pro Woche.

Für die Qualitätssicherung von Applikationen sehen die Befragten zunehmend die Nutzer verantwortlich: rund 27 Prozent finden, es sei keine Qualitätssicherung in den Shops nötig, da der User selbst merkt, welche Apps gut sind, 20 Prozent meinen, verschieden bepreiste Qualitätsstufen werden das regeln. Den Shopbetreiber dagegen sehen 20 Prozent weniger als im Vorjahr** (2010: 73 Prozent, heute: 52 Prozent) in der Verantwortung.

Eine grafische Auswertung der Expertenumfrage "Mobile Entertainment" mit weiteren Ergebnissen steht unter http://bit.ly/dFsYNe zur Verfügung.

Um einen weiteren wichtigen Bereich des Mobile Business kümmert sich der eco Arbeitskreis Mobile am morgigen Freitag in Köln: In der Veranstaltung "Bezahl´s doch mobil - reloaded" diskutieren Branchenexperten über die neuesten Trends bei Markenartiklern und im M-Payment. Weitere Informationen dazu finden sich unter http://www.eco.de/veranstaltungen/1164_8716.htm .

*Mehrfachantworten möglich

** Umfrage "Mobile Applications" von eco ( http://bit.ly/gFWQub ) *** Umfrage "Mobile Outlook 2010" ( http://www.eco.de/dokumente/Summary_Mobile_Outlook_2010.pdf )

eco ( www.eco.de ) ist seit 15 Jahren der Verband der Internetwirtschaft in Deutschland. Die rund 500 Mitgliedsunternehmen beschäftigen über 250.000 Mitarbeiter und erwirtschaften einen Umsatz von ca. 46 Mrd. Euro jährlich. Im eco-Verband sind die rund 230 Backbones des deutschen Internet vertreten. eco versteht sich als Interessenvertretung der deutschen Internetwirtschaft gegenüber Politik und in internationalen Gremien. Als Expertennetzwerk befasst sich eco mit aktuellen Themen wie Internetrecht, Infrastruktur, Online Services und E-Business.

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