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"ttt - titel thesen temperamente" (hr) am Sonntag, 14. Dezember 2014, um 23.05 Uhr

München (ots) - Das Ende eines Mythos? "ttt" über das andere Gesicht des Mahatma Gandhi

Mahatma Gandhi, eines der größten Vorbilder der Friedensbewegung, Vorbild für Martin Luther King und Nelson Mandela, gilt als weltweites Idol der Gewaltfreiheit. "Ein Irrtum!", sagt Arundhati Roy, die wohl bekannteste Schriftstellerin, Intellektuelle und Aktivistin Indiens, Booker-Preisträgerin und Autorin des Millionen-Bestsellers "Der Gott der kleinen Dinge". In einem Furore machenden Essay hat Arundhati Roy jetzt ein globales Heiligtum angekratzt: Mahatma Gandhi sei nicht der friedliebende Held der Gewaltlosigkeit gewesen, für den ihn die Welt halte, sagt sie. Vielmehr sei er "bedingungsloser Verfechter einer der gewalttätigsten Gesellschaftsformen der Welt" gewesen: des Kastensystems. Mahatma Gandhi, kein Heiliger, sondern einer, der Unterdrückung durch die rigorose Einteilung in Kasten unterstützt hat - oder sogar ein Rassist? Er habe sich abfällig über Schwarze geäußert, das lasse sich in seinen Schriften nachlesen, so Roy, die sich intensiv mit Gandhis Nachlass auseinandergesetzt hat. "Unser Land ruht auf einem Fundament der Gewalt", sagt sie und berichtet, dass in Indien jetzt gegen sie ermittelt werde, weil sie in einem Vortrag aus Gandhis Werk zitiert habe. Denn mit ihren Thesen erschüttert Roy Indien in seinen Grundfesten, ihre Kritik grenzt für viele Inder an Blasphemie, weil sie damit auch den Hinduismus angreift, der, wie sie sagt, die Grundlage sei für das "menschenverachtende Kastensystem", das die "gefeierte größte Demokratie der Welt" zusammenhalte.

"ttt" hat Arundhati Roy in London getroffen, wo sie ihre Thesen, die darauf abzielen, den Mythos Mahatma Gandhi und damit auch das indische Kastensystem in Frage zu stellen, jetzt der europäischen Öffentlichkeit vorgestellt hat.

Außerdem bei "ttt":

Menschenrechte außer Kraft - Wie ist die weltweite Gewalt gegen Frauen zu stoppen? "ttt" hat Monika Hauser, Geschäftsführerin der Frauen-Hilfsorganisation "medica mondiale" in Köln getroffen und mit zwei Autorinnen gesprochen, die ebenfalls für die Rechte der Frauen kämpfen: mit der dänischen Schriftstellerin Janne Teller und der US-Amerikanerin Jennifer Clement, die einen aufwühlenden Roman über entführte Mädchen in Mexiko geschrieben hat.

"Die Entdeckung der Unendlichkeit" - Ein Kinofilm über das Jahrhundertgenie Stephen Hawking und die Liebe:"ttt" hat den Schauspieler und Hawking-Darsteller Eddie Redmayne in München getroffen und erfahren, wie er sich auf diese schwere Rolle vorbereitet hat.

Nicht nur zur Weihnachtszeit - Das große Unbehagen und die Suche nach dem Sinn: Gemeinsam mit der Schriftstellerin und bekennenden Atheistin Karen Duve sowie dem gläubigen Katholiken und Sachbuchautor Manfred Lütz begibt sich "ttt" auf Sinnsuche und fragt: Wie müsste eine Kirche aussehen, die einem Halt und Orientierung geben kann? Oder muss man am Ende einsehen: Der Sinn des Lebens kann nur aus einem selbst erwachsen?

Lang Lang und Harnoncourt - Zwei Klassikstars interpretieren Mozart, wie man ihn noch nicht gehört hat: "ttt" trifft die beiden Stars zu einem Exklusivinterview in Wien und ist dabei, wenn sie sich im Großen Saal des Wiener Musikvereins dem Genie Mozart musikalisch nähern.

Moderation: Max Moor

Redaktion: Gitta Severloh und Nora Binder (hr)

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Agnes Toellner, Presse und Information Das Erste,
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