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Menschen bei Maischberger am Dienstag, 6 Mai 2014, um 22.45 Uhr

München (ots) - Das Thema:

"Gut, sehr gut, mangelhaft: Warum ist Stiftung Warentest so mächtig?"

Millionen Verbraucher vertrauen ihr seit 50 Jahren - ob beim Kauf von Waschmaschinen, Zahncreme oder Orangensäften. Kaum eine andere Institution ist so mächtig wie die Stiftung Warentest. Das Testurteil "sehr gut" macht ein Produkt oft zum Verkaufsrenner, ein "mangelhaft" zum Flop. Wie wurde die Stiftung Warentest seit 1964 zu einer unangefochtenen Instanz? Wie reagieren Deutschlands oberste Produkttester auf Kritik wie im jüngsten Streit um "Ritter Sport"-Schokolade? Wie nah sind die Testkriterien an der Wirklichkeit der Verbraucher?

Gäste:

Hubertus Primus (Vorstand Stiftung Warentest) Christian Rach (Koch und Fernsehmoderator) Uschi Glas (Schauspielerin) Yvonne Willicks (WDR-Verbraucherschützerin) Jörg Schieb (ARD-Internet-Experte) Stefan Genth (Handelsverband Deutschland, Hauptgeschäftsführer) Hubertus Primus Etwa 100.000 Produkte haben die Experten der Stiftung Warentest in den letzten 50 Jahren in mehr als 5000 Tests geprüft. Zum Nutzen der Verbraucher, sagt der Warentest-Chef. "Wir testen immer mit wissenschaftlichen Methoden und legen für jeden Test offen, wie wir getestet haben." Ausgerechnet im Jubiläumsjahr steht die Stiftung selbst in der Kritik. Der Grund: Die Test-Note "mangelhaft" für eine "Ritter Sport"-Schokolade wegen der angeblich falschen Kennzeichnung eines Aromas.

Christian Rach

Der Moderator der Verbrauchersendung "Rach tischt auf!"(ZDF) hält die Stiftung Warentest für eine "wunderbare Einrichtung, die bei der Bevölkerung eine ungeheure Akzeptanz hat". Bei ihrer Gründung sei sie dringend notwendig gewesen, weil man "im Wirtschaftsboom erkannt hat, dass dem Verbraucher gegenüber der Industrie ein neutrales Korrektiv an die Seite gestellt werden muss". In unserer Sendung unterzieht der frühere Sternekoch Testurteile der Stiftung zu Lebensmitteln einem eigenen Geschmackstest.

Uschi Glas

Der Fall machte große Furore: Nachdem eine Gesichtscreme ihrer Pflegeserie "Uschi Glas Hautnah" von Stiftung Warentest mit der Note "mangelhaft" bewertet worden war, stürzten die Verkaufszahlen der Produkte ab. "Warentest hat meine Produkte gekillt", sagt die Schauspielerin. "Ich bin bis heute zu 100 Prozent davon überzeugt, dass meine Creme einwandfrei war. Wir hatten zehntausend Tiegel verkauft, es gab keinerlei Beschwerden, keine einzige Reklamation von einer Kundin", so Uschi Glas. Der Hersteller der Creme klagte gegen Stiftung Warentest, verlor den Prozess aber. Daraufhin wurde die Produktserie vom Markt genommen. Yvonne Willicks "Deutschlands bekannteste Hauswirtschaftsmeisterin" kämpft sich in ihren WDR-Verbrauchersendungen ("Servicezeit", "Der große Haushaltscheck") unermüdlich durch die Warenwelt, testet Kosmetik am eigenen Körper, checkt Angaben auf Lebensmittelverpackungen oder untersucht Mikrowellengeräte und Schuhe. "Schon bevor der Verbraucherschutz in meinen beruflichen Fokus kam, war die Stiftung Warentest immer ein Wahrzeichen für mich. Wenn wir uns etwas Neues angeschafft haben, haben wir immer zuerst gefragt: 'Was hat die Stiftung dazu gesagt?'", sagt die Mutter von drei Kindern.

Jörg Schieb

Millionen Nutzer, die im Internet einkaufen, stellen ihre Produktbewertungen ins Netz. Und wer im Internet einkauft, orientiert sich in der Regel daran. Können diese Meinungen mit den Ergebnissen der Stiftung Warentest mithalten oder gar nützlicher sein? "Das Kaufverhalten wird durch eine positive oder negative Bewertung erheblich beeinflusst", weiß Jörg Schieb (ARD-Ratgeber: Internet). Doch Branchenkenner wie er gehen davon aus, dass 20 bis 30 Prozent der Bewertungen gefälscht sind. Stefan Genth Ein Urteil der Stiftung Warentest entscheidet oft über den Erfolg oder Misserfolg eines Produktes. Die Note "Gut" etwa kann erfahrungsgemäß den Umsatz eines Produktes massiv ankurbeln. Der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes HDE mahnt deshalb zur Sorgfalt: "Die Tests haben eine hohe Glaubwürdigkeit bei Kunden. Daraus ergibt sich eine große Verantwortung für die Tester."

Redaktion: Carsten Wiese (WDR)

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