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Kölner Stadt-Anzeiger: Schauspieler Adnan Maral findet: Toleranz reicht nicht

Köln (ots) - Der türkisch-deutsche Schauspieler Adnan Maral findet, dass Toleranz allein noch keine Grundlage für das Zusammenleben verschiedener Kulturen ist: "Ich finde Toleranz als Begriff schwierig. Am Ende müssen wir uns nicht tolerieren, sondern akzeptieren, anerkennen, dass wir alle gleich sind. Das steht sogar in der Verfassung - aber wir reden immer noch von Toleranz. Das ist doch Wahnsinn", sagte Maral dem Magazin des "Kölner Stadt-Anzeiger" (Samstags-Ausgabe).

Ein Schritt dahin ist für den 45-Jährigen die doppelte Staatsbürgerschaft: Man müsse "den Menschen deutlicher zeigen: Ihr seid ein Teil dieser Gesellschaft, also müsst ihr auch Verantwortung übernehmen. Zu sagen: Entscheid dich, sonst gehörst du nicht dazu, ist keine Lösung." Er selbst wähle seit Jahren nicht, weil er für die deutsche Staatsbürgerschaft die türkische hätte abgeben müssen: "Das habe ich nicht eingesehen. Ich lebe gerne in Deutsch-land, aber meine Wurzeln liegen eben in der Türkei." Grundsätzlich würden Menschen, die nach Deutschland kämen, heute - im Gegensatz zu früheren Jahrzehnten - als Bereicherung empfunden, so Maral, der mit einer Schweizerin verheiratet ist: "Heute bewundert es der ganze Kindergarten, wenn ich mit meinen Kindern Türkisch rede: Zweisprachig, toll! Wenn wir dann noch Schweizerdeutsch sprechen, drehen sie ganz durch. Zu meiner Zeit hieß es noch: Ja, könnt's ihr net Deutsch reden?"

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