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Kölner Stadt-Anzeiger: Guttenberg: Auch ohne Wehrpflicht keine Unterschicht-Armee

Köln (ots) - Köln. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) sieht die Bundeswehr auch bei einer Aussetzung der Wehrpflicht nicht auf dem Weg zur Unterschichtarmee. "Sie ist jetzt nicht gegeben und auch künftig nicht zu befürchten", sagte er dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Montag-Ausgabe). Etwas anderes zu behaupten sei "eine Beleidigung all jener Soldatinnen und Soldaten, die sich bereits jetzt für den Beruf entschieden haben und Soldaten auf Zeit sind. 70 Prozent unserer Mannschaften und Unteroffiziere haben die mittlere Reife und über zwei Drittel einen qualifizierten Berufsabschluss." Guttenberg fügte hinzu: "Allerdings muss die Armee noch attraktiver aufgestellt sein. Das ist völlig unabhängig von der Frage des Wehrdienstes. Und schließlich gibt man das Prinzip der inneren Führung und des Staatsbürgers in Uniform ja nicht mit der Frage des Grundwehrdienstes auf. Beides wird fortgeführt." Der CSU-Politiker verteidigte seinen Vorstoß zur Aussetzung der Wehrpflicht. "Es war notwendig, eine Diskussion anzustoßen, um die wir uns jahrelang gedrückt haben", erklärte er dem "Kölner Stadt-Anzeiger". "Die Bundeswehr bedarf dringend einer Strukturreform. Wir haben jetzt die Möglichkeit, die Zukunft der Streitkräfte zu gestalten oder die Bundeswehr langsam zu Grabe zu tragen. Es musste ein relativ großer Stein in ein vergleichsweise großes Wasser geworfen werden, damit ein entsprechender Wellengang erzeugt wird. (...) Wir werden eine kleinere, flexiblere, professionellere, aber auch besser ausgestattete Armee für die Szenarien der Zukunft brauchen." Die Entscheidung über die künftige Bundeswehr-Struktur werde "im Spätherbst" fallen.

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