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05.03.2010 – 13:14

Kölner Stadt-Anzeiger

Kölner Stadt-Anzeiger: Vorabmeldung Kölner Stadt-Anzeiger Der Vorsitzende der deutschen Archivare fordert größeren Einsatz zum Schutz der Archivalien ¬- "Schneller digitalisieren"

Köln (ots)

Die Digitalisierung von Archivalien muss nach Ansicht
von Michael Diefenbacher, dem Vorsitzenden des Verbandes deutscher 
Archivarinnen und Archivare (VdA), intensiviert werden. Das sei eine 
Lehre aus der Archiv-Katastrophe von Köln vor einem Jahr. Im Gespräch
mit dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Samstag-Ausgabe) stellt Diefenbacher
anlässlich des "Tags der Archive" an diesem Wochenende fest: "Köln 
hat uns gezeigt, dass die Mikroverfilmung von Archivalien, die in der
Bundes-republik Deutschland in den 60er und 70er Jahren aufgrund der 
Kriegserfahrung durchgeführt worden ist, durchaus Sinn macht." 
Allerdings sei diese Verfilmung zuletzt nur noch wie ein Stiefkind 
behandelt worden.
Nach Ansicht des Vorsitzendes des größten Archiv-Verbandes in Europa 
ist heute "die Tatsache, dass schriftliches Kulturgut gefährdet ist",
stärker im Bewusstsein als zuvor. Dazu habe das Oder-Hochwasser Ende 
der 90er Jahre, das Elbe-Hochwasser 2002, der Brand in der Anna 
Amalia Bibliothek in Weimar 2004 und zuletzt der Kölner 
Archiv-Einsturz beigetragen. Zu den aktuellen Problemen der Ar-chive 
in Deutschland zählt Diefenbacher den Säurefraß beim Papier, die 
Finanzkrise und die Personalnot.
Der "Tag der Archive" soll auch an die Kölner Katastrophe erinnern. 
Mittlerweile sind 85 Prozent der Archivalien geborgen und müssen 
restauriert werden. Nach Ansicht von Diefenbacher, der das Nürnberger
Stadtarchiv leitet, besitzt Köln weiterhin das bedeutendste kommunale
Archiv in Deutschland.
Daran habe die Katastrophe nichts geändert.

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