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RNZ: Ja zur Ehe

Heidelberg (ots) - Von Klaus Welzel

Die Zahlen sind ernüchternd. Und sie sprechen für sich. Im letzten Jahr wurden im Erzbistum Freiburg neun Priester geweiht. Neun junge Männer, die bereit sind, für ihren Beruf zölibatär zu leben. Und ihre Zahl nimmt ab. Schon bald auf null. Das ist die Realität. Eine Realität, der das Keuschheitsgelübde der römisch-katholischen Kirche gegenübersteht, die als eine der wenigen Weltreligionen die Enthaltsamkeit von ihren Glaubensverkündern fordert. Papst Benedikt XVI. ließ bisher erkennen, dass ihm eine feste Glaubensgemeinschaft lieber ist, als eine, die ihr Fähnchen mit dem Zeitgeist wehen lässt. Eine Haltung, die sicherlich Achtung einflößt. Aber auch eine Haltung, die jetzt gleich mehrere prominente CDU-Politiker aktiv werden ließ. Ihr Appell, wenigstens bereits Verheiratete zu Priestern zu weihen, kommt zur rechten Zeit. Natürlich wäre diese gelockerte Form der Priesterweihe der allmähliche Ausstieg aus der Ehelosigkeit katholischer Priester. Hier stellt sich die Frage: Sind Verheiratete schlechtere Seelsorger? Natürlich nicht. Der Blick zur evanglischen "Konkurrenz" zeigt aber, dass alleine die Aufhebung des Keuschheitsgelübdes für Priester die Nachwuchssorgen der Kirchen nicht löst.

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