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RNZ: Es wird gebolzt

    Heidelberg (ots) - Von Klaus Welzel Als alter Fußballfreund weiß Franz Müntefering natürlich, wie man in unterlegener Position die zweite Halbzeit reißen kann: es wird gebolzt und gefoult, dass die Fetzen fliegen. Das wirkt zwar wenig elegant, aber vielleicht gelingt es, den Gegner so weit zu verwirren, dass er sogar ein paar Eigentore schießt. Der Vorwurf, der Kanzlerin seien die Arbeitslosen egal, der ist natürlich vollkommen unsinnig. Und zudem anmaßend. Dennoch trifft Münte einen empfindlichen Punkt der CDU-Wahlkampfführung. Merkel und Co. möchten die heiße Wahlkampfphase am liebsten erst im September eröffnen. Und so lange gibt sich die Kanzlerin als "Mutti" der Nation, erzählt von Blaubeeren, Kochrezepten und der ersten Zigarette - nur nichts Politisches. Das nennt man einen sehr amerikanischen Wahlkampf, bei dem die Frisur während des TV-Duelles über die entscheidenden Prozentpunkte entscheidet - und nicht das bessere politische Konzept. Merkels Wahlkampf der Nettigkeiten ist deshalb durchaus angriffswürdig. Ob es der SPD allerdings hilft, so zu holzen wie Münte - das sei erst einmal dahingestellt. Und während sich die Großen bekämpfen, haben es die kleineren Parteien regelrecht schwer, wahrgenommen zu werden. Richtig interessant wird es, inwiefern FDP, Grüne und Linke von dem großkoalitionären Gebolze profitieren. Vermutlich nicht schlecht.

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