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Westfalen-Blatt: zu Fremdenhass

Bielefeld (ots) - Die Zahl der Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte ist jetzt schon fast dreimal so hoch wie im Vorjahr. Das als Konsequenz der gestiegenen Zahl an Asylbewerbern zu bezeichnen, ist zu kurz gedacht. Die Rechnung »Mehr Flüchtlinge gleich mehr Aggression gegen sie« geht nicht auf. Der Grund für die zunehmende Gewalt liegt in der Verrohung von Teilen der Gesellschaft. Damit sind nicht diejenigen gemeint, die der Flüchtlingspolitik kritisch gegenüberstehen. Skepsis ist angebracht. Brandstifter sind aber die Bürger, die aus der für sie berechtigten Kritik einen Impuls zu Straftaten ableiten. Die Anschläge auf Flüchtlingsheime sind trauriger Höhepunkt der Straftatenliste. Doch auch Propagandadelikte und Volksverhetzung ohne Hemmungen wie sie gerade im Internet und bei vielen Stammtischen zu finden sind, dürfen nicht unterschätzt werden. Es ist kein Zufall, dass Täter oft aus der Nachbarschaft stammen. Vor Ort suchen sich rechte Sympathisanten Gleichgesinnte, um ihre ideologischen Parolen zu verbreiten. Die eigentlich eher heterogene Gruppe rottet sich so im Zuge der Flüchtlingskrise zusammen und wickelt skeptische Bürger ein. Wer auf dieses Kalkül reinfällt, lässt sich nicht nur instrumentalisieren. Er tritt auch die Grundsätze der Demokratie mit Füßen.

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