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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Siemens

Bielefeld (ots) - Joe Kaeser ist aufgewacht. Lange war von dem Nachfolger Peter Löschers als Siemens-Chef nichts zu hören - sieht man einmal von seinem missglückten Auftritt im Moskauer Kreml ab. Seit kurzem aber wirbelt Kaeser, dass es wohl nicht nur altgedienten Siemens-Mitarbeitern schwindelig wird. Große Unternehmensteile will er ausgliedern, die Belegschaft noch mal deutlich reduzieren. Dass er oben im Vorstand anfängt, ist immerhin ein Zeichen. Doch sind die großen Zahlen, von denen er spricht, naturgemäß nur im Mittel- und Unterbau zu erzielen. Mag die Hörgerätesparte, die er an die Börse bringen will, noch etwas exotisch erscheinen, so gilt das jedenfalls nicht für Medizintechnik: Sie trägt seit vielen Jahren zum weltweit guten Ruf von Siemens bei. Das gilt erst recht für die Schienenfahrzeuge: Der ICE war noch vor kurzem ein Beispiel nicht nur für beste Siemens-, sondern überhaupt für deutsche Ingenieurtechnik. Kaeser scheint bereit, das aufzugeben - für mehr Engagement im Energiesektor, von dem keiner weiß, welche Richtung er endgültig nehmen wird. Mutig? Ja. Vielleicht aber auch leichtsinnig.

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