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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum BVG-Urteil zu Fernsehen und Politik

Bielefeld (ots) - Karlsruhe verbietet den Ländern, die alte Fregatte Rundfunk zu kapern und das Oberdeck bevorzugt mit Politikern zu bemannen. Na und? Fernsehjournalismus, der den Mächtigen auf die Finger klopft, ist doch längst tot, allüberall lächeln die Claqueure von den Bildschirmen oder gefallen sich (wie unlängst Marietta Slomka) in der pseudokritischen Attitüde. Die entspannten Reaktionen gestern deuteten bereits an, wohin die Reise geht: in die Ausschüsse und Kommissionen, wo zuverlässig noch jeder gute Vorsatz versickert ist, als seien die Gesprächsrunden auf Treibsand gebaut. Nein: Kreativer Umgang mit dem Urteil ist gefragt. Es gilt zu definieren, wer künftig als Politiker durchgeht. Beispiel: der gewesene Ministerpräsident Kurt Beck, der die Klage anstrengte. Einflussreicher SPD-Grande? Oder, wo er doch jetzt für Boehringer Ingelheim antichambriert, bloß noch ein unverdächtiger Pharmalobbyist? Alles eine Frage der Visitenkarte. Ein Urteil - gut, aber richterliche Kontrolle? Oder können Sie sich einen Bundesverfassungsrichter als Türsteher vor den Sendeanstalten vorstellen?

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