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Westfalen-Blatt: zur Barmer GEK

Bielefeld (ots) - Der Kampf der Krankenkassen um die Versicherten und damit ums Überleben spitzt sich zu. Um künftig Zusatzbeiträge zu vermeiden oder zumindest in Grenzen zu halten, muss an der Kostenschraube gedreht werden. Die derzeit mitgliederstärkste Krankenkasse Barmer GEK will das mit massiven Stellenstreichungen und Schließungen von Geschäftsstellen erreichen. Der Abbau soll bis spätestens 2018 abgeschlossen sein. Das jedoch könnte für die finanziell angeschlagene Kasse ein bereits zu langer Zeitraum sein. Zwar hatte die Fusion von Barmer und GEK im Jahr 2010 dazu geführt, dass die Versicherten bisher von ansonsten fälligen Zusatzbeiträgen verschont blieben und es somit nur unerhebliche Wechselbewegungen gab. Doch spätestens 2015 wird sich die Situation verändern. Nicht nur für die Barmer GEK. Wenn die Krankenkassen aufgrund der neuen gesetzlichen Regelung wieder in einen intensiveren Wettbewerb treten, werden die finanziell gesunden Kassen punkten. Schließlich können sie die Beitragssätze theoretisch um bis zu 0,9 Prozentpunkte senken. In der Praxis wird das nicht erfolgen. Aber schon realistische 0,2 bis 0,4 Punkte, wie es ersten Informationen zufolge die Betriebskrankenkassen in Ostwestfalen vorhaben, schlagen bei einem Bruttoeinkommen von beispielsweise 2000 Euro im Monat mit vier beziehungsweise acht Euro zu Buche. Wenn andere Kassen jedoch aufgrund ihrer Haushaltssituation ihre Beiträge um ähnliche Sätze anheben müssen, werden sich viele Versicherte umorientieren. Daran dürften auch Lockmittel wie Übernahme von speziellen ärztlichen Leistungen kaum etwas ändern. Was dann bleibt, sind weitere Fusionen, um die Kosten zu senken. Schon seit geraumer Zeit gibt es in dieser Hinsicht Spekulationen, dass sich die inzwischen wieder auf gesunden Füßen stehende Techniker Krankenkasse (TK) mit ihren etwa 6,3 Millionen Versicherten und die schwächelnde Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK/knapp fünf Millionen) zusammenschließen, damit zur größten Kasse werden. Die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) könnten dem nur mit einer bundesweiten AOK entgegenwirken. Verlierer bei dem Gerangel der Großen wären kleinere Einheiten wie Betriebskrankenkassen. Letztlich würde sich die Politik bei ihren Verhandlungen und Beschlüssen an den Bedürfnissen der großen und damit mächtigen Kassen ausrichten. Zum Nachteil auch der Versicherten, die sich aufgrund der dann nicht mehr vorhandenen Konkurrenz auf höhere Beiträge einstellen müssten. Das alles wäre letztlich der Weg zur Einheitskasse. Noch ist es nicht soweit. Die Entwicklung der vergangenen Jahre mit immer neuen Fusionen und sogar zahlungsunfähigen Krankenkassen weist allerdings ziemlich genau den Weg in diese Richtung.

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