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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Fall Edathy

Bielefeld (ots) - So etwas bringt auch nur Horst Seehofer fertig: Am Freitag noch folgt er Kanzlerin Angela Merkel, als sie den Daumen über die politische Karriere von Hans-Peter Friedrich senkt, und tags darauf beim Parteitag in Bamberg feiert der CSU-Vorsitzende den zurückgetretenen Agrarminister als politischen Ehrenmann, der doch nur das Beste gewollt habe, als er SPD-Chef Sigmar Gabriel vor möglichen Ermittlungen gegen den aufstrebenden Abgeordneten Sebastian Edathy warnte.

Für Seehofer und die CSU ist die Affäre ein rotes Tuch. In Bayern beginnt der Kommunalwahlkampf, und da will man nicht als Berliner Marionette dastehen. Seehofer wird nicht lockerlassen, bis auch die SPD ein Opfer bringt. Für SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann wird die Luft also dünner - zumal er sich in einem wesentlichen Detail bezüglich seines Telefonats mit BKA-Chef Jörg Ziercke über den Fall Edathy hat korrigieren müssen.

Niemand in der SPD müsse zurücktreten, gab Gabriel noch am Wochenende zu Protokoll. Diese Einschätzung könnte sich im Laufe der politischen Woche als überholt erweisen.

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