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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zur Präsidentenwahl in Afghanistan

    Bielefeld (ots) - Mit seinem Verzicht auf die Teilnahme an der Stichwahl hat der frühere afghanische Außenminister Abdullah Abdullah vermutlich eine Niederlage vermieden. Das war nicht der alleinige Grund dieser Entscheidung. Abdullah zwingt die westliche Staatengemeinschaft, sich klar zu positionieren. Ein kluger Schachzug. Macht eine Stichwahl ohne die notwendige Auswahl überhaupt noch Sinn? Sollen die Soldaten der Schutztruppen ihr Leben dafür riskieren, damit ein korrupter Wahlfälscher Hamid Karsai an der Macht bleibt? Ist dem afghanischen Volk zuzumuten, für eine Abstimmung an die Wahlurnen zu gehen, die vermutlich erneut nicht ganz sauber über die Bühne gehen wird? Die notwendigen Antworten zeigen das ganze Dilemma der bisherigen Afghanistan-Politik. Zu lange hat der Westen nur auf die Person Karsai gesetzt, ohne gleichzeitig ein demokratisches System im Land aufzubauen. Vielleicht ist das durch einen jahrelangen Bürgerkrieg gebeutelte Afghanistan nicht reif für Demokratie nach westlichem Vorbild. Eine Regierung unter Beteiligung aller Parteien kann die Lösung sein. Abdullah wäre dann wieder im Rennen.

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