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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Karadzic

    Bielefeld (ots) - Der mutmaßliche Kriegsverbrecher und Völkermörder Radovan Karadzic bleibt auf der Flucht - nämlich vor der eigenen Verantwortung. Seine Weigerung, gestern zum Prozessauftakt im Haag zu erscheinen, dürfte nur das erste Beispiel unbotmäßigen Verhaltens gewesen sein. Ganz klar, nur mit Renitenz und Starrköpfigkeit kann und will er sich selbst nicht eingestehen, zum Beispiel für die Ermordung von 8000 Muslimen bei Srebenica haftbar zu sein. Der Serbenführer stand am obersten Ende der Befehlskette. Karadzic beruft sich auf sein Staatsamt und die angebliche Zusicherung von Straffreiheit seitens der USA und Frankreichs. Das wird vom Gericht zu prüfen sein. Das Argument ist vor dem Internationalen Strafgerichtshof nicht unbekannt, man weiß damit umzugehen. Außerdem: Könnte Karadzic seine seit langem bekannte Ausrede belegen, warum bleibt er dann dem Verfahren fern? Nein, es geht um das letzte Kapitel des unsäglichen Balkankrieges, das ordnungsgemäß zu Ende geschrieben werden muss - ganz egal, ob einer der Hauptbeschuldigten störrisch wie ein Esel ist oder nicht.

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