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Westfalen-Blatt

Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) schreibt zu den Plänen zur Errichtung eines Dokumentationszentrums zu Flucht und Vertreibung:

Bielefeld (ots)

Endlich hat sich die Politik dazu durchgerungen,
eine Stätte einzurichten, an der ganz offen der Vertreibungen gedacht
wird. Im Verborgenen, in der Literatur der Historiker (die in allen 
Bibliotheken gelesen werden kann!), geschieht dies bereits seit 
Jahrzehnten - es ist folglich unwahr, erst Günter Grass' Novelle »Im 
Krebsgang« im Jahr 2002 habe die Leiden der Deutschen der 
Beschäftigung für würdig erklärt.
Was bislang fehlte, war ein sichtbares Zeichen der Anteilnahme des 
Staates für die Opfer und für ihre Nachkommen. Es sollte doch 
selbstverständlich sein, dass die Deutschen nicht nur in 
Haftungsfragen für verübte Verbrechen eine Solidar- und 
Schicksalsgemeinschaft bilden, sondern in jeder Hinsicht auf ihrem 
Weg durch die Geschichte.
Insofern erfüllt das Zentrum die Bedürfnisse aller Bürger. Wie das 
Konzept umgesetzt wird, bedarf ernsthafter Debatten - derzeit kann 
man leider nicht ausschließen, dass das Haus als Stätte der Anklage 
gegen das eigene Volk instrumentalisiert wird. Das Instrument der 
Vertreibung aber ist nicht deutsch, es ist auch nicht sowjetisch oder
polnisch - es ist elende Praxis seit der Antike.
Die Politiker mancher Länder werden wohl immer mit Ressentiments auf 
Wählerfang gehen. Dessen ungeachtet hat der einfache Mann aus dem 
deutschen wie aus dem polnischen Volk alten Groll längst begraben. 
Wenn es gelingt, diesen Geist in Berlin einzufangen: Glückwunsch!

Pressekontakt:

Westfalen-Blatt
Nachrichtenleiter
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 - 585261

Original-Content von: Westfalen-Blatt, übermittelt durch news aktuell

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