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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar zu Keine UN-Position zu Syrien Revolution zur falschen Zeit BERNHARD HÄNEL

Bielefeld (ots) - Anders als Muamar al Gaddafi muss sich Syriens Präsident Baschar al-Assad keine Sorgen machen, dass die Völkergemeinschaft eine militärische Intervention beschließt. Naive Gemüter glauben, es liege allein daran, dass in Syrien kein Erdöl zu holen sei. Dieses Argument greift, wie häufig, zu kurz. Es gibt viele, weit gewichtigere Gründe. Anders als in Libyen gibt es seitens der syrischen Aufständischen allenfalls leise Rufe nach militärischer Unterstützung. Auch die Arabische Liga hält sich aus dem Konlikt wohlweislich heraus. Denn das syrische Regime hat einen starken Verbündeten. Wer dort interveniert, läuft Gefahr, sich mit Teheran anzulegen. Daran ist derzeit niemand interessiert; nicht die Golfstaaten und auch nicht der Westen. Einen weiterer Großkonflikt will, ja kann sich derzeit niemand leisten. Bitter für die Aufständischen in Syrien. Sie haben, so makaber es klingt, für ihre Rebellion gegen Assad und sein Regime einen falschen Zeitpunkt gewählt. Das macht die Revolution blutiger als alle bisherigen im arabischen Raum, wird sie aber nicht beenden. Zu groß ist der Zorn über die schreiende soziale Ungerechtigkeit, die sich unter Baschar al-Assad noch gesteigert hat. Gewinner könnten am Ende radikale Islamisten sein, denn die säkulare Opposition hat das Assad-Regime eingekerkert oder ermordet.

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