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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: OWL-Bewerbung Raus aus der Provinzialität STEFAN SCHELP

Bielefeld (ots) - Es geht doch. Hat da jemand in der Vergangenheit behauptet, die Region OWL bringe nichts zustande, sei zerstritten, unentschlossen und gänzlich unattraktiv? Zumindest Wirtschaft, Hochschulen und wirtschaftsnahe Institutionen beweisen uns gerade das Gegenteil. 40 Millionen Euro wären nötig gewesen, um sich beim Forschungsministerium als Spitzencluster, als Region mit besonderer Kompetenz, zu bewerben. 40 Millionen, damit die Regierung weitere 40 Millionen obendrauf packt. Acht Wochen ist Jürgen Gausemeier, Chef des Heinz-Nixdorf-Instituts, in dieser Sache unterwegs gewesen. Statt der 40 Millionen hat er 70 Millionen Euro eingesammelt. Nicht nur der Zahlen wegen ist das bemerkenswert, sondern auch, weil sich für das Projekt Intelligente Systeme Unternehmen zusammengetan haben, die eigentlich scharfe Konkurrenten sind und auf Geheimhaltung statt auf Zusammenarbeit stehen. Wenn sie nun alle an einem Strang ziehen, dann führt nicht nur OWL-Enthusiasmus zu diesem Schritt. Sondern die Erkenntnis, dass die Unternehmen selbst profitieren. Dass sie fachliche und finanzielle Hilfe bekommen beim Innovationssprung. Und dass am Ende die gesamte Region profitiert. Mit Aktionen wie der Spitzencluster-Bewerbung macht OWL einen Schritt heraus aus der vermeintlichen Provinzialität. Das ist insbesondere für die Unternehmen wichtig, weil der Kampf um die Fachkräfte in Zukunft noch deutlich schärfer werden wird. Und wenn es nichts wird mit der Auszeichnung als Spitzencluster? Dann schlucken die Macher den Ärger runter - und machen weiter. Etwas kleiner, etwas feiner, aber hoffentlich nicht weniger erfolgreich. Das ist eben das Gute an den Spitzencluster-Bemühungen. Die investierten Millionen sind - anders als die Hilfe für manche Fußballklubs - eben nicht verloren.

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