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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Die japanische Tragödie Ohnmächtige Wut BERNHARD HÄNEL

Bielefeld (ots) - Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Ein Wettlauf, der zeitgleich an verschiedensten Schauplätzen stattfindet und der derzeit nur Verlierer und Verluste kennt. Nur wenige Techniker, die "Fukushima 50" genannt werden, versuchen verzweifelt, einen Super-GAU zu verhindern. Märtyrer der Neuzeit, die mit kläglichen Mitteln gegen die Gewalt der Kernschmelze ankämpfen. Sie nehmen wissentlich den Tod an, um das zu erwartende atomare Martyrium ihrer Landesleute wenigstens zu mindern. Die Tragödie von Fukushima verstellt den Blick auf das Leid der Menschen in den von Erdbeben und Tsunami zerstörten Norden Japans. Der unfassbaren Zerstörung gesellt sich die ebenso unfassbare Wahrnehmung zu Seite, dass eine hochentwickelte Zivilisation wie die Japanische offensichtlich nicht in der Lage ist, auch am siebten Tag nach der Naturkatastrophe apokalyptische Zustände abzuwenden. Zehntausende Menschen hungern, dürsten und frieren. Es fehlt an allem, nur nicht an menschlichem Leid. Angesichts dieses Chaos' erstaunt die Besonnenheit der Japaner. Sie erdulden eine Regierung, die unfähig scheint, die Dinge zu ordnen. Sie ertragen die Führung des Stromgiganten Tepco, die vor Tagen noch ein Ausbund an Arroganz war und jetzt den Zerknirschten darbietet. Aus der Ferne überkommt einen ohnmächtige Wut. Es ist an der Zeit, sie zu überwinden und produktiv zu machen. Wir warten auf Spendengalas der TV-Sender.

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