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Neue Westfälische (Bielefeld): Debatte um Urlaubskürzung Alle Jahre wieder MICHAEL KAISER

Bielefeld (ots) - Sie können es nicht lassen. Immer wieder mal, vorzugsweise im Sommerloch, wenn ihnen Aufmerksamkeit gewiss ist, kommen mehr oder weniger seriöse Lobbyisten von mehr oder weniger bedeutsamen Verbänden um die Ecke und versuchen, der Öffentlichkeit ihre Ladenhüter als den neuesten Chic anzudrehen. Wir wissen nicht, wie lange Herr Ohoven für gewöhnlich so urlaubt, aber wir wissen recht gut, dass der Urlaub an sich offenbar ein Hobby des braungebrannten (Achtung!) Finanzvermittlers und Anlageberaters ist. Schon vergangenes Jahr - natürlich im Sommer - empfahl der Gatte von UNESCO-Botschafterin Ute-Henriette und Vater von Chiara "Die Lippe" Ohoven den Deutschen Urlaubsverzicht als probates Mittel gegen die Krise. Allein: Der Ruf verhallte mit dem Ende des Sommers. Mutmaßlich wird es mit dieser Initiative ein ähnlich elendes Ende nehmen. Zur Abrundung sei noch erwähnt, dass Urlaubsplaner Ohoven einer traditionsreichen Unternehmerfamilie entstammt, die seit 1810 Papier herstellte und eine Hanfspinnerei betrieb. Nun ja, der Hanf ist weitgehend aus der Mode gekommen. Über den zweiten Aktivisten in dieser Geschichte, einen Verband mit Sitz in der Metropole Koblenz, lohnt es sich kaum, viel Worte zu verlieren. Man hat nie zuvor von ihm gehört. Und das ist wahrscheinlich auch gut so. Vermutlich wird auch er gleich wieder dem Vergessen anheimfallen. Seinen radikalen Vorschlag schicken wir in Urlaub. Bis zum Sommer 2011.

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