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Ostsee-Zeitung: Kommentar zu Erzbischof Zollitsch

Rostock (ots) - Dass ein Staatsanwalt bei einem Bischof vorstellig wird, ist von gewisser Brisanz. Immerhin genießt die Kirche den Ruf einer gewichtigen moralischen Instanz. Der allerdings hat in den vergangenen Monaten erheblich gelitten unter den sich mehrenden Vorwürfen sexuellen Missbrauchs. Robert Zollitsch, der katholische Oberhirte in Deutschland, übte sich zunächst noch in der Abwehrschlacht, als er die Justizministerin ultimativ zur Entschuldigung aufforderte, nachdem diese der Kirche Vertuschung von Straftaten vorgeworfen hatte. Dann aber lenkte er ein und versprach bessere Kooperation mit den Strafverfolgern. Jetzt steht er selbst am Pranger - wegen Beihilfe zum sexuellen Missbrauch. Sollte er einen sexueller Übergriffe stark verdächtigen Priester wieder auf eine Gemeinde losgelassen haben, so wäre das verwerflich, der Mantel der Nächstenliebe an falscher Stelle ausgebreitet. Ob dies auch strafrechtlich relevant ist, scheint fraglich, entscheidend ist es nicht. Zollitsch muss jetzt Schaden von seiner Kirche abwenden. Das gebietet schon der Respekt vor dem Amt. Es scheint gerade eine gute Zeit für Rücktritte.

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