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Ostsee-Zeitung: Kommentar zu Merkels Euro-Erklärung

Rostock (ots) - Es ist ein Satz, wie in Stein gemeißelt: "Scheitert der Euro, dann scheitert Europa." Kleiner hatte es die Kanzlerin gestern im Bundestag gerade nicht. Kleiner ging auch nicht. Denn Angela Merkel hat in diesem Punkt absolut recht. Das politische Schicksal der Europäischen Union - und ihres gleich mit - ist an die Rettung des Euro geknüpft. Implodiert der Euro, kippt die ganze EU in ihrer alten Form hinterher. Doch während die Franzosen wenigstens einen Plan in der größten Krise Europas seit dem Zweiten Weltkrieg haben, wirkt die Kanzlerin noch immer wie eine Getriebene. Mal will sie den Griechen keine Kredite gewähren, dann werden es täglich zig Milliarden mehr. Mal findet sie die Finanztransaktionssteuer unsäglich, dann wieder erfolgversprechend. Politische Führung durch die größte Wirtschaftsmacht des Kontinents sieht anders aus. Nein, Deutschland hat sich mit seiner Wirtschaftspolitik des Exportweltmeistertums und seiner Anhäufung riesiger Leistungsbilanzüberschüsse auf Kosten anderer Volkswirtschaften keine Freunde in der EU gemacht. Und ob die nun hastig zusammengeschusterten Rettungspakete den Euro letztlich retten, weiß heute niemand mit Gewissheit zu sagen.

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